Hannah-Höch-Preis verliehen.

01.10.2018

 Die Bildhauerin und Objektkünstlerin Christiane Möbus ist neue Trägerin des Berliner Hannah-Höch-Preises. Die Jury sprach der 71-Jährigen die mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr »herausragendes künstlerisches Lebenswerk« zu. Seit 1970 schaffe sie mit ihren Installationen, Performances, Fotoarbeiten, Filmen und Texten poetische Sinnbilder, die stets auf existenzielle Themen verwiesen, hieß es. Möbus, 1947 in Celle geboren, war neben ihrer künstlerischen Arbeit seit 1982 als Professorin an Kunsthochschulen in Hamburg, Braunschweig, Berlin und Göteborg tätig. Den mit 38.000 Euro ausgestatteten Förderpreis erkannte die Jury der koreanischen Künstlerin Sunah Choi zu, die seit 2007 in Berlin lebt und arbeitet. In ihren Arbeiten (Installationen, Performances, Skulpturen, Fotografien) setzt sich Sunah Choi mit einem abstrakten Formenvokabular auseinander, untersucht dessen Strukturen, die Konstruktion und inhaltliche Bezugspunkte von Zeit und Ort. Beide Auszeichnungen beinhalten neben dem Preisgeld eine Ausstellung und eine Publikation. Mit dem Hannah-Höch-Preis zeichnet das Land Berlin seit 1996 eine bildende Künstlerin oder bildenden Künstler für ein hervorragendes künstlerisches Lebenswerk aus, das von einer kontinuierlichen, qualitativ hochwertigen künstlerischen Leistung geprägt ist. Der Name »Hannah-Höch-Preis« dient der Erinnerung an die Künstlerin Hannah Höch, die als weltberühmte Dadaistin dem Preis seinen Glanz verleiht. In diesem Jahr wird der Preis vom Stadtmuseum Berlin ausgerichtet. Die Ausstellungen der Preisträgerinnen sind bis zum 25. November 2018 im Museum Nikolaikirche in Berlin zu sehen.

Die Städtische Galerie Delmenhorst zeigt die Ausstellung »Georg Winter. Das Delmenhorster Modell«.

19.09.2018

Wie wollen wir zusammen leben? Und welche Rolle kann die Kunst in diesem Zusammenleben einnehmen? Mit diesen Fragen wird der multimedial arbeitende Künstler Georg Winter (*1962, Biberach) für die Ausstellung und das Projekt mit dem Titel »Das Delmenhorster Modell« im Problemquartier Wollepark unterwegs sein und mit den dortigen Bewohnern arbeiten. Winter setzt mit seinem entgrenzten Begriff von Skulptur auf modellhafte Übungen, auf handfeste Eingriffe, auf die Schaffung von Anschaulichkeiten. Bewusst geht es um Gegenmodelle zu all den spekulativen, umfassenden Planungsutopien, die im Rahmen der Stadtentwicklung diskutiert werden. In den Räumen der Villa Coburg werden Installationen und Transfersituationen zu sehen und zu nutzen sein. Bis 11. November 2018. Info: Städtische Galerie Delmenhorst, Fischstr. 30, 27749 Delmenhorst, Fon 04221/14132, Fax 04221/14192. www.staedtische-galerie-delmenhorst.de

Moritz Wesseler neuer Direktor des Fridericianum in Kassel.

07.09.2018 

Der Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum GmbH hat Moritz Wesseler ab 1. November 2018 als neuen Direktor des Fridericianum in Kassel berufen. Dem Auswahlgremium gehörten an: Krist Gruijthuijsen, Betina Steinbrügge, René Zechlin,  Sabine Schormann. Der 37-jährige Kunsthistoriker und Kurator Moritz Wesseler arbeitete zuvor als Direktor des Kölnischen Kunstvereins, an dem er Ausstellungen mit internationalen Künstlern wie Pietro Roccasalva, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Andra Ursuta, Annette Kelm, Darren Bader, Petrit Halilaj, João Maria Gusmão + Pedro Paiva, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Stephen G. Rhodes, Uri Aran, Andro Wekua, Christiana Soulou, Avery Singer, Danny McDonald, Talia Chetrit, Adriano Costa, Cameron Jamie, Alex Da Corte und Walter Price realisierte. Moritz Wesseler ist Nachfolger von Susanne Pfeffer, die Anfang 2018 nach Frankfurt zum Museum für Moderne Kunst wechselte. »...Ich freue mich darauf, in die documenta-Stadt zu ziehen und an die gute Tradition meiner Vorgängerinnen und Vorgänger anzuschließen... Dabei ist es mein Ziel, zentralen Akteuren der Gegenwartskunst eine Plattform zu bieten, die in Deutschland noch weitestgehend unbekannt sind. Zudem soll ein Augenmerk meiner Arbeit auf die weitere Einbindung der Institution in die Stadt bzw. in die Region gelegt werden.« Moritz Wesseler, geboren 1980 in Bremerhaven, studierte Betriebswirtschaftslehre und Kunstgeschichte in Mainz und Paris. Seine ersten Erfahrungen im Bereich der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen sammelte er in Bremerhaven, wo er ab 2003 in regelmäßigen Abständen im Kabinett für aktuelle Kunst Einzelausstellungen mit Künstlern wie Cathy Wilkes, Martin Boyce, Ceal Floyer, Anri Sala, Manfred Pernice, Luc Tuymans oder Gregor Schneider kuratierte. Im Rahmen seines Wissenschaftlichen Volontariates an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen betreute Wesseler Ausstellungsprojekte von Michael Sailstorfer und Kris Martin im K20 Grabbeplatz, Jordan Wolfson im Schmela Haus und Tomás Saraceno im K21 Ständehaus. Zudem publiziert er regelmäßig Bücher und Texte zur Kunst des 20. Jahrhunderts sowie zur Gegenwart. Gemeinsam mit dem Kurator Mario Kramer und dem Künstler Gregor Schneider richtete er am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main vom Frühjahr 2009 bis zum Herbst 2010 die Ausstellungsreihe »Double« aus. Auch konzipierte Wesseler die Initiative »Fürstenberg Zeitgenössisch« in Donaueschingen und Heiligenberg, die u. a. ein Stipendiaten- und Wechselausstellungsprogramm umfasst. Seit September 2017 ist er Kurator von »Neue Kunst« in Hamburg.