Kathleen Rahn wird die neue künstlerische Direktorin des Marta Herford.

Die 48-jährige wurde vom Auswahlkuratorium einstimmig vorgeschlagen und vom Rat am Freitagabend mit großer Mehrheit gewählt. Kathleen Rahn studierte Kunstgeschichte / Kunstwissenschaft (M.A.) an der Gesamthochschule Kassel und leitet seit 2014 den Kunstverein Hannover. Weitere berufliche Stationen waren die Leitung des Kunstvereins Nürnberg (2007 – 2012) sowie als Kuratorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf (2003 – 2007). »Ich freue mich sehr! Das Marta Herford ist ein außergewöhnliches Museum, das durch seine kluge und herausragende Architektur sowie durch die programmatische Gestaltung meiner Vorgänger ein profiliertes Haus mit internationaler Strahlkraft ist«, betont Kathleen Rahn. Sie tritt die Nachfolge des bisherigen künstlerischen Leiters Roland Nachtigäller an, der Herford zum Jahresende verlassen wird. Insgesamt waren über 70 Bewerbungen für die künstlerische Leitung eingegangen. Fünf Bewerberinnen und Bewerbern aus dem In- und Ausland waren am Ende zu Gesprächen eingeladen worden. In ihrer Zeit für den Kunstverein Hannover hat Kathleen Rahn mit einem vielseitigen internationalen Ausstellungsprogramm für Aufmerksamkeit gesorgt. »Ich gratuliere Kathleen Rahn ganz herzlich zu dieser neuen Herausforderung, künftig ein Haus mit einer ständigen Sammlung zu übernehmen. Für den Kunstverein Hannover geht es jetzt darum, die Weichen neu zu stellen«, so die Vorsitzende des Kunstvereins Hanover, Silke Sommer.  

Preis der Nationalgalerie geht an Sandra Mujinga.

Die in Berlin und Oslo lebende Künstlerin Sandra Mujinga ist mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet worden. Die international besetzte Jury hat sich »nach intensiven Diskussionen« für die in der Demokratischen Republik Kongo geborene Mujinga entschieden. Der Preis der Nationalgalerie wird für junge Positionen der Gegenwartskunst vergeben, die die Internationalität der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln. Die Jurybegründung: »In ihrer Präsentation im Hamburger Bahnhof stehen Skulpturen im Mittelpunkt. In ihnen zeigt sich zum einen eine hohe Sensibilität für die verwendeten Materialien. In den gezeigten Werken gelingt es Mujinga zum anderen, widersprüchliche Erfahrungen zu vereinen: Formen, die im Verschwinden sind; Figuren, die geisterhaft-bedrohlich erscheinen, aber auch ihren Schutz anbieten; Bewegungslosigkeit, die dynamisch wirkt; Abgeschlossenheit, die zugleich im Werden zu sein scheint. Hierdurch entsteht eine Offenheit, die Raum für die eigene Imagination schafft« Sandra Mujinga erhält mit der Auszeichnung im kommenden Jahr eine große Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin mit begleitender Publikation.

Annette Hans übernimmt die Künstlerische Leitung und Geschäftsführung der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) in Bremen.

Am 1. Oktober 2021 hat Annette Hans die Nachfolge von Regina Barunke angetreten. Annette Hans überzeugte die Findungs-kommission (Stefanie Kleefeld, Doris Weinberger und der Vorstand der GAK), die sich nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren mit einer Vielzahl hochqualifizierter Bewerbungen einstimmig für Annette Hans aussprach. Annette Hans (*1982) hat Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Köln studiert. Von August 2017 bis Januar 2021 war sie, zunächst mit Jennifer Smailes und Lisa Britzger, dann bis Anfang 2020 zusammen mit Rebekka Seubert, Künstlerische Leiterin des Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg. Sie verantwortete dort Ausstellungsprojekte wie Alex Wissel; Realismus mit Schleife (ausgehend vom Werk Chris Reineckes); Annika Larsson; Dara Friedman; Elif Saydam; Maximiliane Baumgartner & Laura Ziegler. Im Fokus ihrer Arbeit standen auch außergewöhnliche Kooperationsprojekte, so etwa die dialogische Ausstellungs- und Podcastreihe »See U There« mit der HFBK Hamburg oder das Hybridprogramm »Aufzeichnungen aus dem Abyssal«. 2013-2014 Kurator*innen-residenz an der M.1 Arthur Boskamp-Stiftung Hohenlockstedt; 2009-2012 Kuratorin am Kunstverein in Hamburg, u. a. Karla Black, Nina Canell, Alexandra Bircken, Florian Baudrexel, Manuel Graf; 2007-2009 Volontariat und Kuratorin Projektraum Schaufenster Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf; 2006-2007 Kuratorische Assistenz European Kunsthalle, Köln.Neben ihrer institutionellen Praxis arbeitet sie seit 2012 an eigenständigen, freien Projekten im öffentlichen Raum und hat u. a. Ausstellungen auf Bahnsteigen realisiert (Café Baltic Bar). Auch war sie verantwortlich für eine Vielzahl von Publikationen, Initiatorin und Redaktionsmitglied (2015-2018) eines internationalen Dorfmagazins in Hohenlockstedt, das künstlerische Strategien nutzt, um die historischen und zeitgenössischen Aktionsspielräume von kritischer Bürgerschaft in ihrem spezifischen Kontext herauszufordern. »Die Gegenwart ist von Spannungszuständen geprägt, die in unseren Weltbildern zumeist bildhaft anschaulich werden. Ästhetik ist so eines der verbindenden Elemente zwischen Alltag und Kunst und ein gesellschaftliches Feld, auf dem Welt betrachtet, verhandelt und geformt werden kann. Dem möchte ich in meinen Ausstellungen und anderen Formaten in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen nachgehen und nach Möglichkeiten suchen, sich zu ihr zu verhalten.« (Annette Hans)