Der Oskar-Kokoschka-Preis 2020 geht an die italienische Künstlerin Monica Bonvicini.

12.01.2020

»Das künstlerische Werk Bonvicinis ist immer von gesellschaftlicher Relevanz und lädt die Betrachtenden stets nachdrücklich zur Reflexion ein. Eine Künstlerin, die die festgefahrenen Disziplinen und Medien schon lange verlassen hat und sich in ihrer Arbeit immer auf sozial-politische Gegebenheiten bezieht«, so der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast. Der Preis zählt zu den wichtigsten Kunstpreisen in Österreich und wird biennal von einer zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Unirektors vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert. Von 2003 bis 2018 lehrte Bonvicini an der Akademie der bildenden Künste Wien Performative Kunst und Bildhauerei, 2017 wechselte sie an die Universität der Künste Berlin. Zuletzt widmete ihr das Belvedere 21 eine Einzelausstellung. Der Preis wird am 28. Februar vergeben. Der Oskar-Kokoscha-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Gerhard Richter (1985), Maria Lassnig (1998) und Yoko Ono (2012).

Michaela Meise erhält den Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2019.

04.01.2020

Verbunden mit der jährlich vergebenen Auszeichnung sind eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie eine Publikation. Die Künstlerin und Musikerin wurde von Moritz Wesseler, dem Direktor des Fridericianums in Kassel vorgeschlagen. Sie überzeugte die Jury aus Vertreter*innen der Stadt Nordhorn sowie des Förderkreises der Städtischen Galerie mit einem vielseitigen Oeuvre, in dem sie sich intuitiv und experimentell mit Materialien auseinandersetzt, die aus kulturhistorischen Recherchen stammen. Das Referenzsystem von Michaela Meise umfasst nicht nur Kunst, sondern auch Populärkultur und Geschichte. Darüber hinaus bringt sie oft auch eine sehr persönliche Perspektive sowie biografische Aspekte ein. Mit ihren Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Musikproduktionen verwebt sie die verschiedenen Motive auf eine sehr eigenwillige Weise zu komplexen, hintergründigen Erzählungen. Musik ist zudem ein integraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit.

Michaela Meise wurde 1976 in Hanau geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 1996 bis 2000 an der Kunsthochschule Kassel und anschließend bis 2003 an der Städelschule in Frankfurt am Main. Mit ihrem Kunstpreis würdigt die Stadt Nordhorn seit 1979 jährlich Künstler*innen oder Gruppen, die einen überregional bedeutenden, innovativen Beitrag zur aktuellen Kunst beigetragen haben. Die Ausstellung der Preisträgerin findet vom 5. Juni bis 9. August 2020 statt.

Turner-Preis 2019 vergeben.

05.12.2019

Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani sind die Gewinner des diesjährigen Turner-Preises. Sie alle bearbeiten Problemfelder wie Migration, Menschen- und Frauenrechte oder Folter. Der diesjährige Preis geht zum ersten Mal in seiner Geschichte an alle vier Nominierten. Sie hatten die Jury in einem Brief aufgefordert, den Preis zu teilen, als Statement im Zeichen von »Gemeinsamkeit, Vielfalt und Solidarität« und wollten damit ein Zeichen setzen »in einer Ära, die vom Aufstieg der Rechten und von der Erneuerung des Faschismus geprägt« sei. Ihr Werk sei »inkompatibel mit dem Wettbewerb-Format, dessen Tendenz es sei, zu spalten und zu individualisieren«, teilten die Künstler in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Jury ist diesem Wunsch einstimmig nachgekommen.
Der Turner-Preis ist die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Er ist nach dem englischen Maler William Turner (1775-1851) benannt und wird seit 1984 vergeben.
Es werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten. Die Vergabe der Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery organisiert. Sie erfolgte in diesem Jahr erstmals in dem Küstenort Margate.