Cecilia Alemani kuratiert die nächste Kunst-Biennale.

Die nächste Kunst-Biennale in Venedig wird von einer Frau kuratiert: von der Italienerin Cecilia Alemani. Das entschied das Führungsgremium unter Biennale-Präsident Paolo Baratta am Freitag. Wie es in der Mitteilung hieß, wird sie als Direktorin der Sparte Bildende Künste verantwortlich sein für die Konzeption der 59. Ausstellung im Jahr 2021. Cecilia Alemani, Jahrgang 1977, hat sich bei international viel beachteten Projekten wie der High Line in New York, einer Kunstpräsentation im Freien auf einer alten Bahntrasse, einen Namen gemacht. Dabei arbeitete sie mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie El Anatsui, John Baldessari, Phyllida Barlow, Carol Bove, Sheila Hicks, Rashid Johnson, Barbara Kruger, Zoe Leonard, Faith Ringgold, Ed Ruscha, Nari Ward und Adrián Villar Rojas zusammen. 2017 hatte Alemani bei der 57. Ausgabe der Kunstschau in der Lagunenstadt den italienischen Pavillon geleitet. Venedig wird mit der Biennale alle zwei Jahre für sechs Monate Zentrum der zeitgenössischen Kunst. Sie gilt neben der Documenta in Kassel als wichtigste Kunstausstellung.

Hans Haacke bekommt Goslarer Kaiserring 2020.

Hans Haacke soll den Kaiserring 2020 am 26. September in Goslar entgegen nehmen. Der undotierte Kaiserring, der an den im Jahr 1050 in Goslar geborenen Kaiser Heinrich IV. erinnert, wird seit 1975 jährlich vergeben. Mit ihm werden bildende Künstlerinnen und Künstler für ihre Verdienste um die zeitgenössische Kunst gewürdigt. Frühere Preisträger sind unter anderem Max Ernst, Joseph Beuys, Christo, Jenny Holzer, Jörg Immendorf sowie zuletzt Barbara Kruger. In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury: »Hans Haacke legt in seinem Werk von Beginn an die Mechanismen von Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnissen in der Gesellschaft und somit auch in der Kunst offen. Wobei Gesellschaft für ihn nicht nur aus Menschen bestand, sondern auch aus Möwen und Pflanzen. Die verhängnisvollen ideologischen Verschränkungen von Nationalität, Klasse, Ethnie werden in seinen Arbeiten in ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und eleganten Oberflächlichkeit auf verstörende Weise sichtbar, der Weg des Kapitals in seiner globalen Dominanz unleugbar.« Hans Haacke (*1936 in Köln) lebt und arbeitet in New York. Er verbindet seine künstlerische Praxis stets mit einer kritischen, investigativen Arbeit in den Bereichen Kunst, Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Im besten, streitbarsten Sinne setzt er sich immer wieder für eine demokratische Gesellschaft ein, indem er mit seinen Werken Strukturen, Vorgänge und Haltungen offenlegt.«

Der Oskar-Kokoschka-Preis 2020 geht an die italienische Künstlerin Monica Bonvicini.

»Das künstlerische Werk Bonvicinis ist immer von gesellschaftlicher Relevanz und lädt die Betrachtenden stets nachdrücklich zur Reflexion ein. Eine Künstlerin, die die festgefahrenen Disziplinen und Medien schon lange verlassen hat und sich in ihrer Arbeit immer auf sozial-politische Gegebenheiten bezieht«, so der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast. Der Preis zählt zu den wichtigsten Kunstpreisen in Österreich und wird biennal von einer zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Unirektors vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert.Von 2003 bis 2018 lehrte Bonvicini an der Akademie der bildenden Künste Wien Performative Kunst und Bildhauerei, 2017 wechselte sie an die Universität der Künste Berlin. Zuletzt widmete ihr das Belvedere 21 eine Einzelausstellung. Der Preis wird am 28. Februar vergeben. Der Oskar-Kokoscha-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Gerhard Richter (1985), Maria Lassnig (1998) und Yoko Ono (2012).