Ingvild Goetz feierte am 5. Mai 2021 ihren 80. Geburtstag.


Ihr erstes Werk, eine Mappe von Eduardo Paolozzi, erwirbt sie 1969 und gründet damals in Konstanz auch den Grafikverlag Edition Art in Progress. Drei Jahre später scheitert ein Galeriestart in Zürich, weil Wolf Vostells Happening zur Eröffnung Kritik an Schweizer Waffenlieferungen nach Angola übt. Ingvild Goetz zieht mit Art in Progress nach München in die Maximilianstraße, zeigt u. a. Cy Twombly, Arakawa, Bruce Nauman, Jochen Gerz und auch Christo, der die Galerie verpackt. Arte Povera ist ebenfalls im Programm und wird als die Galeristin sich von 1984 an ganz auf ihre Sammlung konzentriert, eines der Herzstücke neben Kunst aus Amerika, Young British Artists, Fotografie, Medienkunst und, in alter Leidenschaft, Kunst auf Papier. Ingvild Goetz baut ein eigenes Museum nach Plänen von Herzog & de Meuron in ihrem Garten und macht ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Seit 1993 zeigt sie dort Wechselausstellungen. Das Museum wurde unterirdisch erweitert – ein idealer Ort für die zentrale Mediensammlung, die bald auch den ehemaligen Luftschutzbunker des Hauses der Kunst bespielte. Im Jahr 2014 schenkte Ingvild Goetz den Löwenanteil dieses Sammlungsbereichs dem Freistaat Bayern und das Museum noch dazu. Alles Übrige, Abertausende Kunstwerke, steht seither den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Münchner Haus der Kunst und dem Neuen Museum in Nürnberg als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Kitty Kraus in der Halle für Kunst.

Ihre beiten sind geprägt von einer äußersten, an die Formensprache des Minimalismus angelehnte Reduktion und verweigern sich einer (Über)Fülle an Material und Narration. Trotz dieser absoluten Reduziertheit füllen sie den gesamten Raum aus, inkorporieren ihn und lassen ihn zum Teil der Arbeiten werden. Der Klarheit der Werke wohnt dabei oftmals eine Ambivalenz inne, welche sich aufgrund der ungewöhnlich minimalen Setzungen, die sie sind, erst nach und nach entfaltet. In ihnen vereinen sich Härte, wenn nicht gar Aggressivität, mit einer Fragilität, die sich vielfach als Moment der Gefährdung für die Betrachter*innen, aber auch Rir die Arbeiten selbst zeigt. Mit der formalen Strenge geht zudem eine poetische Dichte einher, welche sich den assoziativen Räumen verdankt, die die Arbeiten — trotz oder wohl eher wegen ihrer Reduziertheit — eröffnen. Für ihre Ausstellung in der Halle für Kunst hat Kitty Kraus eine Installation entwickelt, in der sie mit Licht und Raum arbeitet. Das Licht zeichnet Linien aufdie Wände, markiert so den Raum und füllt ihn mit einer spezifischen Atmosphäe aus. Kuratier von Stefanie Kleefeld. Bis zum 30. Mai 2021. Info: Halle für Kunst, Reichenbachstraße 2, 21335 Lüneburg, Fon 04131/402001 , Fax 04131/721344. www.halle-fuer-kunst.de

»Smell it! Geruch in der Kunst« lautet der Titel eines groß angelegten Gemeinschaftsprojekts im Bundesland Bremen.

Darin widmen sich die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, das Gerhard-Marcks-Haus, das kek Kindermuseum, das Künstlerhaus Bremen, die Kunsthalle Bremen, der Kunstverein Bremerhaven, das Paula Modersohn-Becker Museum, die Städtische Galerie Bremen, die Weserburg Museum für  moderne Kunst und das Zentrum für Künstlerpublikationen dem Thema Geruch in der Kunst. In »Smell it!« werden die vielfältigen Aspekte des Geruchssinns als Mittel der menschlichen Welterschließung in olfaktorisch geprägter Kunst verhandelt und dargestellt. Gerüche sind in der Lage, instinktive Verhaltens- und Entscheidungsmuster bei uns Menschen zu erzeugen und stellen eine außergewöhnliche Möglichkeit der Beeinflussung dar. Vom 8. Mai bis 31. Juli 2021. Projektkoordinatorin ist Saskia Benthack. www.museeninbremen.de/smellit