Andrea Lissoni wird ab 1. April 2020 das Münchner Haus der Kunst als künstlerischer Geschäftsführer leiten.

Der 1970 geborene Kunsthistoriker tritt damit die Nachfolge von Kuratoren wie Christoph Vitali, Chris Dercon und dem im März verstorbenen Okwui Enwezor an. Lissoni war seit 2014 als Senior Curator für Film und internationale Kunst an der Tate Modern tätig, davor leitete er den renommierten Ausstellungsraum Pirelli HangarBicocca in Mailand. Dort kuratierte er unter anderem Ausstellun-gen mit Tomás Saraceno, Apichatpong Weerasethakul, Mike Kelley und Ragnar Kjartansson. In London entwickelte er eine neue Kino-Reihe, war maßgeblich an der Neuinstallation der Sammlung im 2016 eröffneten Anbau beteiligt und arbeitete an der großen Joan Jonas Ausstellung 2018,  genau jener Schau, die von Okwui Enwezor nach München eingeladen und vom Geschäftsführer Bernhard Spies dann wieder abgesagt worden war. Die Herausforderungen sind groß. Das Haus der Kunst befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, ausgelöst durch massive Geldprobleme, die im Sommer 2017 bekannt wurden.

SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen geht an die 1966 geborene Fiona Tan.

Die Jurybegründung: »In herausragender Weise hat die Künstlerin in den letzten knapp 20 Jahren die Fotografie in ihrer Geschichte, ihren Kontexten, Intentionen und Erscheinungsformen als ein Medium der visuellen Repräsentation analysiert. Dadurch ist es Fiona Tan gelungen, die Wechselwirkungen zwischen einem Medium und Identitätsformationen sichtbar zu machen... Fiona Tan untersucht Bilder. Sie fragt nach den Kontexten ihrer Entstehung. Sie widmet sich ihrer Geschichte. Sie analysiert ihre Funktion und die in ihnen fassbaren Machtkonstellationen bei der Repräsentation von Menschen. Tan dechiffriert einen westlichen und oftmals kolonialen BIick der Fotografie und verdeutlicht damit die Einseitigkeit und Tendenz von Geschichtsbildern. So sind ihre Arbeiten immer auch ein Kommentar auf Fotografie als Ausdruck von kulturellen und gesellschaftlichen Formationen und einer politischen lkonografie.« Der Preis wird seit 1994 vergeben und schließt einen Geldpreis in Höhe von 15.000 Euro, eine umfangreiche Ausstellung im Sprengel Museum Hannover und eine Künstlerpublikation ein. Bis zum 12. Januar 2020. www.sprengel-museum.de/press

Eija-Liisa Ahtila im Lehmbruck Museum.

Die 1959 geborene Künstlerin verwebt realistische und fiktive Elemente zu fesselnden Geschichten und ikonischen Bildern. In ihren neuesten Werken beschäftigt sie sich mit unserer Beziehung zur Umwelt. Ahtila plädiert dafür, eine Weltsicht zu überwinden, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Denn für sie ist die menschliche Welt nur eine von vielen parallel existierenden. Unter dem Titel »Skulptur in Zeiten des Posthumanismus« präsentiert das Lehmbruck Museum ihre neuesten Installationen zum ersten Mal in Deutschland. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das Gesamtwerk Ahtilas, die seit ihrer großen Einzelausstellung in der Londoner Tate Gallery und ihrer Teilnahme an der documenta 11 in Kassel im Jahr 2002 zu den international renommiertesten Künstlerinnen gehört. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit grundlegenden menschlichen Erfahrungen wie Liebe, Trennung, Gewalt, Pubertät, Tod, psychischen Ausnahmezuständen und unserer Beziehung zur Natur. Als Pionierin hat Ahtila multimediale Rauminstallationen entworfen, die das Geschehen auf mehreren Bildflächen präsentieren. »Angesichts der aktuellen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen arbeitet sie an einer neuen Bildsprache, um unsere dominante Position in der Welt zurechtzurücken«, so Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck Museum. Vom  28. September 2019 bis 26. Januar 2020. www.lehmbruckmuseum.de