Christian Kaspar Schwarm erhält den ART COLOGNE-Preis 2019.

09.03.2019

Mit dem ART COLOGNE-Preis wird in diesem Jahr eine Persönlichkeit geehrt, der es gelang, eine internationale Community von Sammlerinnen und Sammlern zeitgenössischer Kunst zu vernetzen. Der 1972 geborene Christian Kaspar Schwarm gründete 2008 in Berlin mit einigen Partnern die rein durch Sponsoring finanzierte Online-Plattform "Independent Collectors". »Das Bild vom Sammler als konkurrenzorientierter und geheimnisumwitterter Einzelgänger ist antiquiert« so Schwarm. Die künftige Aufgabe seiner Plattform sieht Schwarm inzwischen darin, »ein höchst lebendiges Archiv zu werden, für die vielfältigen Aktivitäten der besten privaten Kunstsammlungen der Welt.... Independent Collectors war, ist und bleibt für alle Kunstbegeisterten kostenlos. Weder verkaufen wir den Sammlern irgendwelche Werke, noch den Kunsthändlern irgendwelche Daten. Wir haben keine versteckte Agenda – nur die geteilte, aber immer individuelle Leidenschaft für die Kunst.« Im Jahr 2012 erschien im Hatje Cantz Verlag der erste »BMW Art Guide by Independent Collectors«. Jüngst ist die fünfte, aktualisierte und erweiterte Ausgabe des Art Guide erschienen – mit Informationen zu insgesamt 270 Orten in 45 Ländern und 196 Städten. Im Rahmen des Projekts »Junge Sammlungen« wurde Christian Kaspar Schwarm 2017 vom Bremer Museum Weserburg zu einer Ausstellung seiner Sammlung eingeladen. Unter dem Titel »The Vague Space« waren hier medienübergreifende Werke und Installationen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Mit dem ART COLOGNE-Preis wurden mehrfach prominente Kunstsammler ausgezeichnet. Zu diesen Sammlern zählten u. a. Charlotte Zander (1997), Ingvild Goetz (2001), Frieder Burda (2002), Harald Falckenberg (2009) und Julia Stoschek (2018), die den mit 10.000 Euro dotierten Preis bisher erhalten haben. Die Verleihung des diesjährigen ART COLOGNE-Preises wird am 11. April 2019 im Historischen Rathaus zu Köln stattfinden. Wilhelm Schürmann wird die Laudatio auf Christian Kaspar Schwarm halten. (Siehe auch das Interview mit Christian Kaspar Schwarm: artist Nr. 113/2018)

»Der Traum der Bibliothek« im Museum für Gegenwartskunst Siegen.

05.03.2019

Die Themenausstellung »Der Traum der Bibliothek« (31.3. - 1.09.2019) im Museum für Gegenwartskunst beleuchtet die Faszination und Potentiale von Bibliotheken aus der Sicht der Konzeptkunst. Auf einer Ausstellungsfläche von über 1000 qm und in einer Abfolge von 12 Räumen sind Werke von insgesamt 21 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. KünstlerInnen: Saâdane Afif, Jacques André, Margret Bauer, Achim Bitter, Julius Brauckmann, Clegg & Guttmann, Fernanda Fragateiro, Lutz Fritsch, Michael Glawogger, Rodney Graham, Thomas Hartmann, Candida Höfer, Axel Hütte, Abigail Reynolds, Michel Sauer, Beatrix Schwehm, Mika Taanila, Erdem Tasdelen, Erwin Wurm, Peter Wüthrich.  Bibliotheken sind Speicher des Wissens, Räume des kollektiven Gedächtnisses und geben Einblicke in neue Welten. Ausgestattet mit einer besonderen Architektur, mit funktionalen Regalsystemen und großzügigen Lesesälen, dienen sie gleichsam der Aufbewahrung von umfangreichen Büchersammlungen sowie als Studienorte. Gegenwärtig unterliegt das Selbstverständnis einem Wandel. Heute verstehen sich Bibliotheken verstärkt als öffentliche Orte, eingebunden in die Stadtgesellschaft. Es ist die letzte Ausstellung, die Eva Schmidt als Museumsdirektorin für das Museum für Gegenwartskunst Siegen verantwortet. Am Tag der Ausstellungseröffnung (Sonntag, 31.3.209, um 12 Uhr) wird Eva Schmidt den Direktorenstab an Thomas Thiel übergeben.  Info: Museum für Gegenwartskunst Siegen, Unteres Schloss 1, 57072 Siegen, Fon 0271/4057710. www.mgk-siegen.de
 

Julia Draganovic neue Direktorin der Villa Massimo.

05.03.2019

Die Literatur- und Kunstwissenschaftlerin Julia Draganovic leitet von Juli 2019 die Deutschen Akademie Rom. Draganovic ist seit 2013 Direktorin der Kunsthalle Osnabrück. In Rom ersetzt sie den bisherigen Leiter der Villa Massimo, Joachim Blüher, der nach 17 Jahren aus Altersgründen ausscheidet. Die in Hamburg geborene Draganovic studierte Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Münster. Später war sie unter anderem für die Deutsch-Italienische Gesellschaft in Thüringen aktiv und organi-sierte für das Thüringer Europaministerium die Präsentation Weimars als Kulturstadt Europas 1999 in Brüssel. Als künstlerische Leiterin fungierte sie am Chelsea Art Museums in New York (2005-2007) und im Palazzo delle Arti Neapel (2007-2009). In der Villa Massimo können Stipendiaten in zehn Ateliers kostenfrei wohnen und arbeiten. Anfangs wurde Künstlern bis 32 Jahren dieser »Rom-Preis« für jeweils neun Monate zuerkannt, inzwischen dauern die Studienaufenthalte von Musikern, Dichtern, Bildenden Künstlern und Architekten jeweils zehn Monate. Bundes-Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die aus ihrem Haushalt die Villa Massimo mit jährlich 2,3 Millionen Euro fördert, begründete die Entscheidung in einer Pressemitteilung so: »Mit Julia Draganovic gewinnen wir eine hoch qualifizierte und mit der zeitgenössischen Kunstszene vertraute Kulturmanagerin für die Leitung der renommiertesten deutschen Künstlerresidenz im Ausland. Während ihres jahrelangen Wirkens in Italien hat sie bewiesen, dass ihr die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen ein Herzensanliegen sind. Sie bringt damit beste Voraussetzungen mit, um den Stipen-diatinnen und Stipendiaten der Villa Massimo in Rom und der Casa Baldi in Olevano Romano eine kompetente Ansprechpartnerin zu sein. Ich bin überzeugt, dass Julia Draganovic das hohe Renommee der Deutschen Akademie Rom sichern und als neue Direktorin eigene Akzente setzen wird.«