Hans Haacke bekommt Goslarer Kaiserring 2020.

12.01.2020

Hans Haacke soll den Kaiserring 2020 am 26. September in Goslar entgegen nehmen. Der undotierte Kaiserring, der an den im Jahr 1050 in Goslar geborenen Kaiser Heinrich IV. erinnert, wird seit 1975 jährlich vergeben. Mit ihm werden bildende Künstlerinnen und Künstler für ihre Verdienste um die zeitgenössische Kunst gewürdigt. Frühere Preisträger sind unter anderem Max Ernst, Joseph Beuys, Christo, Jenny Holzer, Jörg Immendorf sowie zuletzt Barbara Kruger. In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury: »Hans Haacke legt in seinem Werk von Beginn an die Mechanismen von Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnissen in der Gesellschaft und somit auch in der Kunst offen. Wobei Gesellschaft für ihn nicht nur aus Menschen bestand, sondern auch aus Möwen und Pflanzen. Die verhängnisvollen ideologischen Verschränkungen von Nationalität, Klasse, Ethnie werden in seinen Arbeiten in ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und eleganten Oberflächlichkeit auf verstörende Weise sichtbar, der Weg des Kapitals in seiner globalen Dominanz unleugbar.« Hans Haacke (*1936 in Köln) lebt und arbeitet in New York. Er verbindet seine künstlerische Praxis stets mit einer kritischen, investigativen Arbeit in den Bereichen Kunst, Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Im besten, streitbarsten Sinne setzt er sich immer wieder für eine demokratische Gesellschaft ein, indem er mit seinen Werken Strukturen, Vorgänge und Haltungen offenlegt.«

Der Oskar-Kokoschka-Preis 2020 geht an die italienische Künstlerin Monica Bonvicini.

12.01.2020

»Das künstlerische Werk Bonvicinis ist immer von gesellschaftlicher Relevanz und lädt die Betrachtenden stets nachdrücklich zur Reflexion ein. Eine Künstlerin, die die festgefahrenen Disziplinen und Medien schon lange verlassen hat und sich in ihrer Arbeit immer auf sozial-politische Gegebenheiten bezieht«, so der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast. Der Preis zählt zu den wichtigsten Kunstpreisen in Österreich und wird biennal von einer zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Unirektors vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert. Von 2003 bis 2018 lehrte Bonvicini an der Akademie der bildenden Künste Wien Performative Kunst und Bildhauerei, 2017 wechselte sie an die Universität der Künste Berlin. Zuletzt widmete ihr das Belvedere 21 eine Einzelausstellung. Der Preis wird am 28. Februar vergeben. Der Oskar-Kokoscha-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Gerhard Richter (1985), Maria Lassnig (1998) und Yoko Ono (2012).

Michaela Meise erhält den Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2019.

04.01.2020

Verbunden mit der jährlich vergebenen Auszeichnung sind eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie eine Publikation. Die Künstlerin und Musikerin wurde von Moritz Wesseler, dem Direktor des Fridericianums in Kassel vorgeschlagen. Sie überzeugte die Jury aus Vertreter*innen der Stadt Nordhorn sowie des Förderkreises der Städtischen Galerie mit einem vielseitigen Oeuvre, in dem sie sich intuitiv und experimentell mit Materialien auseinandersetzt, die aus kulturhistorischen Recherchen stammen. Das Referenzsystem von Michaela Meise umfasst nicht nur Kunst, sondern auch Populärkultur und Geschichte. Darüber hinaus bringt sie oft auch eine sehr persönliche Perspektive sowie biografische Aspekte ein. Mit ihren Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Musikproduktionen verwebt sie die verschiedenen Motive auf eine sehr eigenwillige Weise zu komplexen, hintergründigen Erzählungen. Musik ist zudem ein integraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit.

Michaela Meise wurde 1976 in Hanau geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 1996 bis 2000 an der Kunsthochschule Kassel und anschließend bis 2003 an der Städelschule in Frankfurt am Main. Mit ihrem Kunstpreis würdigt die Stadt Nordhorn seit 1979 jährlich Künstler*innen oder Gruppen, die einen überregional bedeutenden, innovativen Beitrag zur aktuellen Kunst beigetragen haben. Die Ausstellung der Preisträgerin findet vom 5. Juni bis 9. August 2020 statt.