Hans D. Christ und Iris Dressler als Direktor*innen des Württembergischen Kunstvereins für weitere fünf Jahre bestätigt.

30.11.2018

Hans D. Christ (1963 geboren, Kunst- und Germanistik-Studium in Dortmund)  und Iris Dressler (1966 geboren, Studium der Kunstgeschichte in Marburg  und Bochum) leiten den Württembergischen Kunstverein seit 2005. Neben  zahlreichen Ausstellungen von internationaler Strahlkraft, wie zuletzt  »Imogen Stidworthy. Dialogues With People« (bis 13.1.2019), »50 Jahre nach 50  Jahre Bauhaus« 1968 (2018), »Alexander Kluge. Gärten der Kooperation« (2017)  oder »Ines Doujak. Not Dressed for Conquering« (2016) haben Sie den  Kunstverein zu einer offenen Plattform für lokale Akteur*innen aus den  Bereichen Kunst, Aktivismus und zivilgesellschaftlichem Engagement  gemacht. Hans D. Christ und Iris Dressler: »Unser Plan für die Zukunft  sieht vor, den Bereich der Vermittlung  deutlich zu erweitern und neue Impulse gerade im Hinblick auf Fragen der  Diversität zu setzen. Im Rahmen der Entwicklung eines international und lokal bedeutsames Programm geht es uns unter anderem um die Vernetzung und  Soli-darisierung angesichts des aufkommenden Rechtspopulismus in Europa und  anderswo. Dem Bereich der Digitalisierung möchten wir uns mit einem  kritischen Blick auf die Macht der Algorithmen nähern. Nach einer auch  selbstkritischen Betrachtung unserer bisherigen Arbeit, die zwar dem  Anspruch eines  Kunstprogramms jenseits der Positionen aus Westeuropa und  Nordamerika gerecht wurde, wollen und müssen wir den Frauenanteil deutlich erhöhen.« Info: www.wkv-stuttgart.de


Paula-Modersohn-Becker Kunstpreis 2018.

25.11.2018

Der Hauptpreis geht an Nezaket Ekici, der Sonderpreis an Karin Borchers und der Nachwuchspreis an Fritz Laszlo Becker. Die türkischstämmige, in Deutschland lebende Nezaket Ekici ist mit vier medialen Einblicken in ihre Performance-Kunst in der Ausstellung zum diesjährigen Paula Modersohn-Becker Kunstpreis vertreten. Radikal und bis an die Grenzen des körperlich Machbaren gehend, setzt sie sich in ihren zahlreichen Performances mit biografisch konnotierten Themen auseinander.  Die Begründung der Jury (Kathrin Becker - N.B.K. Leiterin Videoforum, Berlin, Roland Nachtigäller - Direktor Museum Marta Herford, Stephan Berg - Intendant Kunstmuseum Bonn) zu ihrer Entscheidung: »Der Künstlerin gelingt es, Fragen nach der Konstruktion des Körpers und weiblicher Identität zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten auf inhaltlich wie visuell intensive Weise zu vermitteln.Dabei verbindet sie die körperlichen Grenzerfahrungen ihrer Performances mit einer überzeugenden Übersetzung in die Medien Video und Fotografie.« Den Sonderpreis für eine/n im Landkreis Osterholz wohnenden Künstler/in erhielt die Worpswederin Karin Borchers, die durch ihre  klassische Farbfeld-Malerei auffällt. Der Nachwuchspreis ging an den 28jährigen Bremer Fritz Laszlo Weber, der politik-  und gesellschaftskritisch aus Versatzstücken des Internets die Reaktion auf die Ermordung eines NSU-Opfers durchdekliniert. Der Paula Modersohn-Becker Kunstpreis wurde 2010 erstmalig ausgelobt und ist ein Preis des Landkreises Osterholz für die Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten (»Metropolregion Nordwest«) und soll zukünftig in zweijährigem Turnus vergeben werden. Der Hauptpreis ist mit 7.500 Euro dotiert, der von Karl-Heinz Marg gestiftete Nachwuchspreis mit 1.000 Euro. Der Sonderpreis wird mit einem Werkankauf durch Landkreis und eine Sonderausstellung in der Galerie Altes Rathaus prämiert. Die Ausstellungen zum Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis sind in der Großen Kunstschau und im Barkenhoff in Worpswede  bis zum  3. März 2019 zu sehen. Die Sonderpreisträgerin präsentiert ihre Werke darüber hinaus vom 6.1. bis 10.2.2019 in der Worpsweder Galerie Altes Rathaus. Info: www.pmb-kunstpreis.de

Guy Schraenen im Alter von 77 Jahren in Paris verstorben.

22.11.2018

Der international tätige Sammler, Galerist, Verleger, Essayist, Filmemacher und Produzent von Radioprogrammen prägte als freier Kurator in der Weserburg | Museum für moderne Kunst den wegweisenden Aufbau einer Sammlung von Künstlerbüchern. Sein 1974 in Antwerpen gegründetes Archive for Small Press & Communication (ASPC) bildete nach dem Ankauf im Jahr 1999 die Basis für die Gründung des Zentrums für Künstlerpublikationen. Hier sammelte er nicht nur Bücher von Christian Boltanski, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, John Cage, Ulises Carrión, Henri Chopin, Mirtha Dermisache, Hanne Darboven, Roman Opalka, Bernard Villers, Andy Warhol oder Lawrence Weiner, sondern gab auch kontinuierlich eigene Publikationen heraus, produzierte Radioprogramme, organisierte Ausstellungen, Vorträge und Symposien. In mehr als zehn Jahren präsentierte er rund 30 Ausstellungen, darunter 2001 den umfassenden Überblick »Out of Print. An Archive as Artistic Concept« über das ASPC sowie 2005 »Vinyl. Records & Covers by Artists« (nach Bremen in Porto, Barcelona und Moskau). Im April diesen Jahres war Guy Schraenen zuletzt in Bremen, um am Festakt zum Ankauf seiner »Sound Collection« für das Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg teilzunehmen. Am 9.November verstarb er im Alter von 77 Jahren in Paris.