Beatriz González im KW Instiute for Contemporary Art.

12.11.2018

Die Ausstellung mit dem Titel »Retrospective 1965–2017« ist die erste groß angelegte Präsentation von González' Arbeit außerhalb Kolumbiens und entstand in Zusammenarbeit mit dem CAPC musée d’art contemporain de Bordeaux und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid. Die 1938 geborene Künstlerin zählt zu den zentralen Figuren der lateinamerikanischen Kunstszene, deren künstlerische Praxis seit den 1950er Jahren von Ikonenmalerei, kunsthistorischen Motiven, lokalen Stilrichtungen und massenmedialer Ästhetik geprägt ist. In ihrer Arbeit befasst sich González mit Alltagsszenen und öffentlichen Ritualen des Widerstands. Politische Ereignisse der jüngeren Vergangenheit des Landes thematisiert sie vom Standpunkt ihrer eigenständigen Perspektive, reichert diese mit Subjektivität und Intimität an und bricht somit mit dem anonymen, unpersönlichen Stil der Pop Art. Kuratiert von María Inés Rodríguez und Krist Gruijthuijsen. Bis zum 6. Januar 2019. Info:  KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte. Fon 030/24345941. www.kw-berlin.de

Käthe-Kollwitz-Preis 2019 der Akademie der Künste geht an die 1966 geborene Hito Steyerl.

25.10.2018

Mit dieser Auszeichnung ehrt die Akademie der Künste eine internationale Künstlerin, deren besonderes Interesse den Medien, der Technologie und der Verbreitung von Bildern gilt. Ihr Werk umfasst Texte, Performances, Multimedia-Installationen und essayistische Dokumentarfilme, in denen sie sich mit postkolonialer Kritik, feministischer Repräsentationslogik sowie den Einflüssen der Globalisierung auf den Finanz-, Arbeits- und Warenmarkt  auseinandersetzt. »Wo ist die neue Form für den neuen Inhalt der letzten Jahre?« befragt Käthe Kollwitz am 6. November 1919 ihr Tagebuch. Hito Steyerl, so die Jury, gelinge es 100 Jahre später wie kaum einer anderen bildenden Künstlerin auf provokante und scharfsinnige Weise physische, visuelle und intellektuelle Informationen in einem Werk zu bündeln. Die Juroren und Akademie-Mitglieder Douglas Gordon, Katharina Grosse und Ulrike Lorenz heben bei ihrer Wahl hervor, »dass Hito Steyerl mit ihren Bildmontagen aus Computeranimationen, aus Massenmedien und aus selbstgedrehten Szenen auf den Einfluss digitaler Informationen und digitalen Lebens reagiert und mit ihrer Arbeit auf gegenwärtige politische, gesellschaftliche und soziale Prozesse aufmerksam macht.« Hito Steyerl ist Professorin für Experimentalfilm und Video sowie Mitbegründerin des Research Centers for Proxy Politics an der Universität der Künste Berlin. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Februar 2019 in Berlin verliehen. Anlässlich der Preisvergabe zeigt die Akademie der Künste eine Ausstellung am Pariser Platz. www.adk.de

Natascha Süder Happelmann gestaltet den deutschen Beitrag auf der Venedig-Biennale 2019

25.10.2018

Natascha Süder Happelmann auf der Biennale von Venedig 2019. Kuratorin ist Franciska Zòlyom. Der Name ist ein Pseudonym und Teil ihres künstlerischen Konzeptes. Natascha Süder Happelmann heißt eigentlich Natascha Sadr Haghighian und ist Professorin  für Bildhauerei an der HfK Bremen. Für den Beitrag im Deutschen Pavillon 2019 arbeitet Süder Happelmann mit ihrer persönlichen Sprecherin Helene Duldung zusammen. Sie hat ihren Namen der besonderen Aufgabe auf der Biennale angepasst. Die Künstlerin hat dafür eine Sammlung von Namen, mit denen sie in den letzten dreißig Jahren adressiert wurde, ausgewertet. »Nach sorgfältiger Prüfung der verfügbaren Varianten, die durch Autokorrektur und Fehlschreibung seitens öffentlicher Stellen zustande kamen, wählte sie mithilfe algorithmischer Parameter und gesellschaftlicher Protokolle den geeigneten Namen Natascha Süder Happelmann aus: Eine optimale Form der Integration«, so die Pressemitteilung des deutschen Pavillons. Das Entbinden des Künstlersubjekts von repräsentativen Rollen oder politischen Instrumentalisierungen ist immer wieder Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis. Seit 2004 betreibt sie die Webseite bioswop.net, auf der Künstler und Künstlerinnen ihre Biografien und Lebensläufe untereinander austauschen können. »In ihren Arbeiten bringt sie das poetische, imaginäre und kritische Potenzial von Kunst zur Entfaltung. Sie steht für eine künstlerische Positionierung, die ästhetische und wissenschaftliche Konzepte, soziale oder politische Zustände nicht nur analysiert oder kommentiert, sondern diese auch aktiv verändert und ihr Rollenverständnis sowie ihre Handlungsweise für den jeweiligen Arbeitsprozess neu gründet«, heißt es in der Begründung zu ihrer Auswahl. Der deutsche Beitrag zur 58. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia entsteht im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland und wird realisiert in Zusammenarbeit mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen).