Annette Hans übernimmt die Künstlerische Leitung und Geschäftsführung der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) in Bremen.

Am 1. Oktober 2021 hat Annette Hans die Nachfolge von Regina Barunke angetreten. Annette Hans überzeugte die Findungs-kommission (Stefanie Kleefeld, Doris Weinberger und der Vorstand der GAK), die sich nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren mit einer Vielzahl hochqualifizierter Bewerbungen einstimmig für Annette Hans aussprach. Annette Hans (*1982) hat Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Köln studiert. Von August 2017 bis Januar 2021 war sie, zunächst mit Jennifer Smailes und Lisa Britzger, dann bis Anfang 2020 zusammen mit Rebekka Seubert, Künstlerische Leiterin des Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg. Sie verantwortete dort Ausstellungsprojekte wie Alex Wissel; Realismus mit Schleife (ausgehend vom Werk Chris Reineckes); Annika Larsson; Dara Friedman; Elif Saydam; Maximiliane Baumgartner & Laura Ziegler. Im Fokus ihrer Arbeit standen auch außergewöhnliche Kooperationsprojekte, so etwa die dialogische Ausstellungs- und Podcastreihe »See U There« mit der HFBK Hamburg oder das Hybridprogramm »Aufzeichnungen aus dem Abyssal«. 2013-2014 Kurator*innen-residenz an der M.1 Arthur Boskamp-Stiftung Hohenlockstedt; 2009-2012 Kuratorin am Kunstverein in Hamburg, u. a. Karla Black, Nina Canell, Alexandra Bircken, Florian Baudrexel, Manuel Graf; 2007-2009 Volontariat und Kuratorin Projektraum Schaufenster Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf; 2006-2007 Kuratorische Assistenz European Kunsthalle, Köln.Neben ihrer institutionellen Praxis arbeitet sie seit 2012 an eigenständigen, freien Projekten im öffentlichen Raum und hat u. a. Ausstellungen auf Bahnsteigen realisiert (Café Baltic Bar). Auch war sie verantwortlich für eine Vielzahl von Publikationen, Initiatorin und Redaktionsmitglied (2015-2018) eines internationalen Dorfmagazins in Hohenlockstedt, das künstlerische Strategien nutzt, um die historischen und zeitgenössischen Aktionsspielräume von kritischer Bürgerschaft in ihrem spezifischen Kontext herauszufordern. »Die Gegenwart ist von Spannungszuständen geprägt, die in unseren Weltbildern zumeist bildhaft anschaulich werden. Ästhetik ist so eines der verbindenden Elemente zwischen Alltag und Kunst und ein gesellschaftliches Feld, auf dem Welt betrachtet, verhandelt und geformt werden kann. Dem möchte ich in meinen Ausstellungen und anderen Formaten in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen nachgehen und nach Möglichkeiten suchen, sich zu ihr zu verhalten.« (Annette Hans)

Roland Nachtigäller zum neuen Geschäftsführer der Stiftung Insel Hombroich gewählt.


Der amtierende Direktor des Museums Marta Herford wird mit Beginn des Jahres 2022 die Geschäftsführung der Stiftung Insel Hombroich und damit auch die Verantwortung für die Weiterentwicklung des rund 64 ha großen Gesamtkomplexes zwischen Raketenstation, Kirkeby-Feld und Museum Insel Hombroich übernehmen. 1982 hatte der Düsseldorfer Unternehmer und Kunstmäzen Karl-Heinrich Müller das Gelände erworben und zu einem einzigartigen Naturraum im Dialog mit seiner eigenen Sammlung und den markanten Architekturen des Bildhauers Erwin Heerich umgestalten lassen. Heute präsentiert sich das stetig erweiterte Projekt als außergewöhnlicher Landschafts- und Kulturraum mit Atelier-, Wohn-, Archiv- und Ausstellungsräumen ebenso wie mit zwei Cafés und den eigenständigen Nachbarn Langen Foundation, Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik und der Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung. Roland Nachtigäller wurde 1960 in Dortmund geboren und studierte in Kassel Kunst, Visuelle Kommunikation, Germanistik und Medienpädagogik, bevor er als wissenschaftlicher Assistent am Museum Fridericianum begann. 1991 wurde er in das Leitungsteam der documenta 9 berufen. Nach zahlreichen freien Ausstellungs- und Publikations-projekten übernahm er 2003 die Leitung der Städtischen Galerie Nordhorn, der er mit einem zeitgenössischen, internationalen Ausstellungsprogramm überregionale Bedeutung verschaffte. 2008 wurde er zum Direktor des Museums Marta Herford gewählt und verantwortet seit fast 13 Jahren ein Programm mit Themenausstellungen überwiegend zur zeitgenössischen Kunst sowie Design und Architektur. In einem mehrstufigen Verfahren setzte sich Roland Nachtigäller in einem internationalen und hochkarätigen Bewerberfeld von fast 60 Personen durch. Die Entscheidung in der Kommission sowie im Kuratorium fiel einstimmig aus.

Mehrere große Museen in Berlin bekommen zum 1. Januar 2022 eine neue Leitung.

Klaus Biesenbach wird Direktor der frisch sanierten Neuen Nationalgalerie und des noch entstehenden Museums des 20. Jahrhunderts nebenan. Das Kuratorenduo Sam Bardaouil und Till Fellrath übernimmt den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart. Der 55-jährige Biesenbach kehrt damit in die Stadt zurück, in der er vor 30 Jahren seine Karriere im Kunstbetrieb begonnen hat. Damals etablierte Biesenbach mit anderen die Kunst-Werke in der Auguststraße in Berlin-Mitte. 2004 wechselte Klaus Biesenbach von den KW zunächst an das New Yorker Kunstzentrum PS1, 2010 wurde er  »Chief Curator at Large« am Museum of Modern Art (MoMA). 2018 wechselte er ans MOCA in Los Angeles. Der aus dem Libanon stammende Sam Bardaouil ist Kunsthistoriker und Theaterwissenschaftler, der in Deutschland geborene Till Fellrath Wirtschafts- und Politikwissenschaftler, beide haben in den letzten zwölf Jahren für über 70 Institutionen weltweit Ausstellungen organisiert. 2022 kuratieren sie die Lyon Biennale und in Venedig den Französischen Pavillon. Ihr Schwerpunkt Kunst des Mittleren Ostens verspricht eine globalere Ausrichtung für den Hamburger Bahnhof.