Natascha Süder Happelmann gestaltet den deutschen Beitrag auf der Venedig-Biennale 2019

25.10.2018

Natascha Süder Happelmann auf der Biennale von Venedig 2019. Kuratorin ist Franciska Zòlyom. Der Name ist ein Pseudonym und Teil ihres künstlerischen Konzeptes. Natascha Süder Happelmann heißt eigentlich Natascha Sadr Haghighian und ist Professorin  für Bildhauerei an der HfK Bremen. Für den Beitrag im Deutschen Pavillon 2019 arbeitet Süder Happelmann mit ihrer persönlichen Sprecherin Helene Duldung zusammen. Sie hat ihren Namen der besonderen Aufgabe auf der Biennale angepasst. Die Künstlerin hat dafür eine Sammlung von Namen, mit denen sie in den letzten dreißig Jahren adressiert wurde, ausgewertet. »Nach sorgfältiger Prüfung der verfügbaren Varianten, die durch Autokorrektur und Fehlschreibung seitens öffentlicher Stellen zustande kamen, wählte sie mithilfe algorithmischer Parameter und gesellschaftlicher Protokolle den geeigneten Namen Natascha Süder Happelmann aus: Eine optimale Form der Integration«, so die Pressemitteilung des deutschen Pavillons. Das Entbinden des Künstlersubjekts von repräsentativen Rollen oder politischen Instrumentalisierungen ist immer wieder Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis. Seit 2004 betreibt sie die Webseite bioswop.net, auf der Künstler und Künstlerinnen ihre Biografien und Lebensläufe untereinander austauschen können. »In ihren Arbeiten bringt sie das poetische, imaginäre und kritische Potenzial von Kunst zur Entfaltung. Sie steht für eine künstlerische Positionierung, die ästhetische und wissenschaftliche Konzepte, soziale oder politische Zustände nicht nur analysiert oder kommentiert, sondern diese auch aktiv verändert und ihr Rollenverständnis sowie ihre Handlungsweise für den jeweiligen Arbeitsprozess neu gründet«, heißt es in der Begründung zu ihrer Auswahl. Der deutsche Beitrag zur 58. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia entsteht im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland und wird realisiert in Zusammenarbeit mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen).


 

Der 25. Wolfgang-Hahn-Preis geht an die brasilianische Künstlerin Jac Leirner.

22.10.2018

Die 1961 in São Paulo geborene Künstlerin verfolgt mit ihrer Arbeit seit vielen Jahren eine subtile Analyse von Gesellschafts- und Repräsentationssystemen. Jochen Volz, Direktor der Pinacoteca do Estado de São Paulo und Gastjuror für den Wolfgang-Hahn-Preis 2019 begründet die Entscheidung der Jury: »Jac Leirner ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der Konzeptkunst unserer Tage und der sogenannten Institutionskritik. Seit den 1980er Jahren hat sie mit ihren Skulpturen, Bildern und Installationen die Idee des Originals und des Wertes von Kunstwerken in Frage gestellt. Gefundene, gesammelte und auch gestohlene Objekte, meist industriell produziert, werden von ihr verarbeitet. Die Arbeit ‘Museum Bags’ (1985/2018) besteht beispielsweise aus einer Sammlung von gewöhnlichen Plastiktüten, die sie in verschiedenen Museumsshops erworben hat. Die Tüten, die normalerweise vom Besucher benutzt werden, um ein Souvenir vom öffentlichen Museum in den Privatraum zu befördern, werden hier zu einer großflächigen Collage, zum Bild«. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig und Mitglied der Jury, ergänzt: »...Zum ersten Mal zeichnen wir eine südamerikanische Künstlerin für ihr international relevantes Œuvre aus. Das weitet unseren Blick für das globale zeitgenössische Kunstgeschehen. Leirners Schaffen, an der Schnittstelle von Minimalismus, Konzeptualismus und Institutionskritik, ist eine große Bereicherung für die Sammlung des Museum Ludwig...«.  »Museum Bags« (1985/2018) wird von der Gesellschaft für Moderne Kunst anlässlich der Verleihung des Preises für die Sammlung des Museum Ludwig erworben und im Kontext der ständigen Sammlung präsentiert. Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*in zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig organisierte Ausstellung mit Arbeiten der Preisträger*in sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation. Preisverleihung und Eröffnung: 9. April 2019, Museum Ludwig. Ausstellung: 10.4. – 21.7.2019. Info: Sonja Hempel, Presse, Museum Ludwig, Heirich-Böll-Platz, 50667, Köln, Fon 0221/221-23491, Fax. 0221/221-24114. www.museum-ludwig.de

Die Akademie der Künste vergibt das Ellen-Auerbach-Stipendium für Fotografie 2018 an Annette Frick.

18.10.2018

Annette Frick erhält das Stipendium auf Vorschlag der Akademie-Mitglieder Thomas Florschuetz, Ulrike Ottinger und Michael Ruetz. Die Jury lobt »die Kompromisslosigkeit, mit der sie in ihren Fotos das Nonkonforme, Nicht-Fixierbare, Unabgeschlossene von Mensch und Stadt in den Blick nimmt und ihnen eine radikale künstlerische Form gibt.? Annette Frick hat ihr fotografisches Werk inhaltlich und ästhetisch konsequent dem Marginalen und Experimentellen gewidmet. In analogen Schwarzweißbildern und Diareihen porträtiert sie seit den 1990er Jahren Personen der Berliner Subkultur und fotografiert das architektonische Berlin im Umbruch. Mit großer Empathie begegnet sie dabei den Protagonistinnen und Protagonisten der international vernetzten Queer Community, deren politisch-künstlerische Attitüden und Aktionen sie in ihrem Langzeitprojekt Masken der Identität begleitet. Das mit 20.000 Euro dotierte Förderungsstipendium für internationale Fotografinnen und Fotografen wird aus dem Nachlass von Ellen Auerbach finanziert und alle zwei Jahre vergeben. Annette Frick wurde 1957 in Bonn geboren, von 1978 bis 1988 studierte sie Freie Kunst in Köln bei Arno Jansen, Daniel Spoerri und Robert van Ackern, wo sie 1988 auch Meisterschülerin der künstlerischen Fotografie bei Arno Jansen war. Parallel arbeitete sie als Fotografin für verschiedene wissenschaftliche Institute, veröffentlichte Texte über Kunst und Fotografie und gründete zusammen mit Achim Riechers und Doris Frohnapfel den Hafensalon in ihrem Kölner Atelier. 1996 zog Frick nach Berlin um. 2006 erhielt sie den Emprise Art Award Düsseldorf, ferner u.a. 2008 das Recherche Studium der DEFA Stiftung für ihren Film über Herbert Tobias, der 2011 im Panorama Programm der Berlinale gezeigt wurde, 2016/2017 das Cité Internationale des Arts Stipendium Paris.  Am 14. November 2018 wird das Stipendium verliehen. Info: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Fon 030/20057-1514, Fax 030/20057-1508. www.adk.de