Maria Eichhorn bespielt den Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2022.

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig in Köln, kuratiert den Deutschen Pavillon. Dziewior:: »Ich finde, sie ist eine Künstlerin, die sich auf unterschiedlichste Weise mit der deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat - auch damit, wie diese Geschichte nachwirkt. Ich bin aber auch ganz grundsätzlich ein Fan von ihr. Ihre Arbeiten bringen die Dinge auf den Punkt, und gleichzeitig sehen sie sehr gut aus. Sie sind in ihrer Klarheit oft von einer Härte und Einprägsamkeit, dass man denkt: Wow!« Auf der Documenta 2017 erforschte die gebürtige Bambergerin, die heute in Berlin lebt, die Enteignung von jüdischem Besitz. Als Beispiel diente ihr ein raumhohes Regal mit unrechtmäßig erworbenen Büchern. 15 Jahre zuvor hatte sie für die Documenta eine Aktiengesellschaft gegründet, deren Kapital nicht mehr vermehrt werden durfte. An der NS-Architektur des Deutschen Pavillons in Venedig haben sich schon viele Künstler abgearbeitet. Die 58-Jährige Maria Eichhorn tritt in die Fußstapfen u. a. von Gerhard Richter (1972), Joseph Beuys (1976), Hans Haacke (1993), Rosemarie Trockel (1999), Isa Genzken (2007), Christoph Schlingensief (2011) und Anne Imhof (2017).




Udo Kittelmann künstlerischer Leiter Museum Frieder Burda.

Der ehemalige Direktor der  Berliner Nationalgalerie ist neuer künstlerischer Leiter am Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Kittelmann hatte die Berliner Nationalgalerie seit 2008 geleitet. Im Herbst 2020 war er aus dem Amt ausgeschieden. Seine Nachfolge soll auf drei Posten verteilt werden. Die für das Jahr 2022 geplanten Ausstellungen im Museum Frieder Burda »Margaret und Christine Wertheim: The Institute for Figuring« und »Die Maler des Heiligen Herzens« werden beide bereits von ihm verantwortet. Kittelmann begleitet die Aktivitäten des Hauses ab sofort in seiner neuen Funktion. »Udo Kittelmann wird uns mit starker kuratorischer Handschrift an das Zeitgenössische anbinden – und auch den interdisziplinären Dialog suchen«, erklärte Museumsdirektor und Vorstand der Stiftung Frieder Burda, Henning Schaper. Udo Kittelmann erläutert seine Programmatik: »... Dieses Haus in seinem spezifischen Kontext erscheint mir das ideale zu sein, um die Perspektiven heutiger wie historischer Kunst – ihre Grenzen, aber auch ihre Möglichkeiten der Grenzüberschreitung – weiterhin auszuloten. Ich sehe die Institution Museum als einen einzigartigen Ort, um die gesellschaftspolitisch relevanten Diskurse der Kunst zu kommentieren, ja kritisch aufzugreifen und zu begleiten.« Höhepunkt in diesem Jahr im Museum Frieder Burda soll die Ausstellung »Russischer Impressionismus. Aufbruch zur Avantgarde« werden, die in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam entstand und zuerst in Baden-Baden zu sehen sein soll. Geplanter Start ist derzeit der 27. März 2021. www.museum-frieder-burda.de


Neue Leitung für Kunstmuseum und Kunsthalle Bremerhaven.

Neue Leitung im Kunstmuseum und Kunsthalle Bremerhaven. Am 1. Februar 2021 hat Stefanie Kleefeld die neu geschaffene Stelle als Direktorin des Kunstvereins Bremerhaven angetreten. In ihrer neuen Position übernimmt sie zugleich die Leitung des Kunstmuseums und der Kunsthalle Bremerhaven. Stefanie Kleefeld war seit 2012 Direktorin der Halle für Kunst Lüneburg, die im vergangenen Jahr für ihr »hochkarätiges Programm aus Einzel- und Gruppenausstellungen« mit den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine ausgezeichnet wurde. Als Doppelspitze leitete Kleefeld die Halle für Kunst zunächst gemeinsam mit Válerie Knoll, seit 2015 führte sie das Haus in alleiniger Verantwortung.  Zuvor war Kleefeld von 2011 bis 2012 am Migros Museum für Gegenwarts-kunst in Zürich tätig sowie von 2007 bis 2010 Redakteurin der Zeitschrift Texte zur Kunst. Stefanie Kleefeld realisierte in der Halle für Kunst unter anderem die dreiteilige Ausstellungsreihe »Fantasie« (2016), »Ausdruck und Gebärden« (2016/17), »Authentizität. Das authentisch Unauthentische« (2017) und zeigte Einzelpräsentationen von internationalen Künstler*innen wie Vittorio Brodmann, Marc Camille Chaimowicz, Loretta Fahrenholz, Nina Könnemann, Jonas Lipps, Anita Leisz, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Lucie Stahl und Sergei Tcherepnin. Als Direktorin des Kunstvereins wird es ihre Aufgabe sein, die beiden Bremerhavener Häuser durch prägnante Einzel- und Gruppenausstellungen sowie eine wissenschaftliche Sammlungsarbeit an den nationalen wie auch internationalen Diskurs anzubinden. Mit der jetzt geschaffenen neuen Position reagiert der Kunstverein Bremerhaven auf die kontinuierliche Ausweitung, die seine Ausstellungs-, Sammlungs- und Vermittlungstätigkeit in den letzten Jahrzehnten erfahren hat.