Der Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2018 geht an YRD.Works.

14.01.2019

Das in Offenbach am Main beheimatete Künstlerkollektiv besteht aus David Bausch, Yacin Boudalfa und Ruben Fischer. Verbunden mit der jährlich seit 1979 vergebenen Auszeichnung ist eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie eine Publikation. YRD.Works überzeugte die Jury mit einer Reihe von Projekten, die nicht nur in bestehende Kunstorte eingreifen, sondern oft ganz eigene Räume oder architektonische Interventionen schaffen. YRD.Works erarbeitet mit ihren begehbaren und nutzbaren Raumskulpturen eine aktive Schnittstelle zwischen Architektur, Performance und sozialem Ereignis. Ausganspunkt für eine Projektidee ist neben besonderen Architektursituationen oft das Finden kultureller Leerstellen, woraus dann Konzepte für die Schaffung von Raum und dessen Nutzung durch weitere Akteure und das Publikum entwickelt werden. Die 2019 in der Städtischen Galerie Nordhorn geplante Ausstellung von YRD.Works wird die besondere architektonische Situation der Galerie als »Raum im Raum« innerhalb des Kulturzentrums Alte Weberei zum Anlass nehmen, die Grenzen zwischen reinem Kunstraum und einem vielfältig aufgestellten Kulturzentrum sowohl baulich als auch inhaltlich zu öffnen.Yacin Boudalfa (*1987), David Bausch (*1988) und Ruben Fischer (*1987) haben an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert und arbeiten seit 2012 gemeinsam als YRD.Works. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn, zu deren Eröffnung der Kunstpreis verliehen wird, findet vom 10. März bis zum 5. Mai 2019 statt. Info: www.staedtische-galerie.nordhorn.de

Barbara Kruger erhält 2019 den Kaiserring der Stadt Goslar.

08.01.2019

Die US-amerikanische Konzeptkünstlerin ist bekannt für ihre unverwechselbare Bildsprache mit provokanten Aussagen zu Macht, Konsum, Sexualität und Ideologie. Die 73-Jährige gehört zur ersten Generation feministischer Künstlerinnen, die in den 1980er Jahren weltweit Beachtung fanden. Barbara Kruger wird die Auszeichnung am 21. September 2019 in Goslar entgegen nehmen. Der Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten beispielsweise Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman oder Jenny Holzer. Vor Wolfgang Tillmans erhielten in den letzten Jahren unter anderem Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Wiebke Siem, Olafur Eliasson, Jimmie Durham, Isa Genzken den Preis. In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury:  »...Seit über 40 Jahren untersucht die amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger in großformatigen Bildern, Installationen, Videos sowie mit Werken im öffentlichen Raum die komplexen Zusammenhänge zwischen Macht und Gesellschaft. Ihre Arbeiten verstehen sich als kritische Interventionen, mit denen sie die Abgründe des kapitalistischen Systems und die trügerischen Verlockungen des Konsums aufdeckt. Sie gehört zur ersten Generation feministischer Künstlerinnen, die in den 1980er Jahren weltweit Beachtung fanden, und sie genießt bis heute große internationale Anerkennung.« Seit Anfang der 80er Jahre nimmt Barbara Kruger an großen internationalen Ausstellungen teil, so an der Biennale in Venedig (1982) und der documenta VII (1982). 2005 wurde sie mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Große Ausstellungen in führenden Museen weltweit (Museum of Contemporary Art, Los Angeles; National Gallery of Art, Washington; Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main; Whitney Museum of American Art, New York; Stedelijk Museum, Amsterdam) belegen die fortwährende Aktualität ihres Werks.

Andreas Beitin wird neuer Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg.

18.12.2018

Zum 1. April 2019 übernimmt Beitin die Leitung des Kunstmuseums Wolfsburg. Der 1968 geborene Beitin studierte Kunstgeschichte, Angewandte Kulturwissenschaften sowie Neuere und Neueste Geschichte. Seine Dissertation verfasste er zum Motiv des Schreis in der deutschen Malerei und Grafik des 20. Jahrhunderts. Von 2004 bis 2015 war er in verschiedenen Funktionen am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe tätig, zuletzt als Leiter des ZKM | Museum für neue Kunst; in dieser Zeit war er an rund 70 Ausstellungen maßgeblich beteiligt. Im November dieses Jahres wurde die von Andreas Beitin maßgeblich konzipierte Ausstellung »Flashes of the Future. Die Kunst der 68er oder die Macht der Ohnmächtigen« von der deutschen Sektion der Internationalen Kritikervereinigung  AICA zur »Ausstellung des Jahres 2018« gekürt.  Andreas Beitin: »...Ganz besonders reizt mich ebenso die Möglichkeit, im Kunstmuseum Wolfsburg neben dem Schwerpunkt der zeitgenössischen Kunst auch Ausstellungen mit Positionen der Klassischen Moderne zu realisieren. Auch wäre es mir wichtig, die gemeinsam mit dem Team generierten Inhalte mit einem breit aufgestellten, zeitgemäßen Vermittlungsprogramm an die Besucher und Besucherinnen nachhaltig zu kommunizieren; ebenso möchte ich die Sammlung des Museums weiter ausbauen. Zusammen mit dem Team des Hauses möchte ich das Kunstmuseum Wolfsburg weiter international positionieren, aber auch vor Ort offen für neue Publikumsschichten sein, um in Zeiten gesellschaft-licher Umbrüche einen attraktiven Ort für kulturelle Bildung zu schaffen.« Andreas Beitin tritt die Nachfolge von Ralf Beil an, der das Kunstmuseum in diesen Tagen verlassen hat. Interimistisch übernimmt der Geschäftsführer des Kunstmuseums und Mitglied des Vorstands der Kunststiftung Volkswagen Otmar Böhmer bis zum 31. März 2019 die Leitung.