Ragnar Kjartansson im Kunstmuseum Stuttgart.

05.08.2019

Dem isländischen Künstler Ragnar Kjartansson (*1976) widmet das Kunstmuseum Stuttgart ab Juli 2019 eine Überblicksausstellung. Kjartansson, der in Reykjavík als Kind zweier Schauspieler aufwuchs, lässt in seinen Werken die Grenzen zwischen bildender Kunst, Literatur, Musik und darstellender Kunst verschwimmen. Die verschiedenen Gattungen verbindet er spielerisch beispielsweise in seinen Performances, für deren Entwicklung er Zeichnungen anfertigt, die auch Grundlage seiner Videoinstallationen und Gemälde sind. Inhaltlich nimmt Kjartansson Bezug auf Künstlerstereotype und Motive der westlichen Erinnerungs- und Wissenskultur. So stellt er in der Videoarbeit »Scenes from Western Culture« idyllische Szenen des Alltags nach, die auf entlarvende Weise vertraut erscheinen, während er in der Gemäldeserie »Architecture and Morality« auf den Konflikt um den israelischen Siedlungsbau anspielt.
Bis zum 20. Oktober 2019.
Info: Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 1, 70173 Stuttgart, Fon 0711/21619600. www.kunstmuseum-stuttgart.de

»Jetzt! Junge Malerei in Deutschland«.

04.08.2019

Mit diesem  Ausstellungsprojekt unternehmen das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden, die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser und die Deichtorhallen Hamburg den Versuch, den aktuellen Stand des Mediums zu bestimmen. Ziel ist es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen.
Drei zentrale Prämissen leiten dieses Ausstellungsprojekt: Erstens geht es um die Malerei als Bild, also nicht um installative oder multimediale Erweiterungen des Mediums. Die zweite Prämisse betrifft das Alter der Teilnehmer*innen und konzentriert sich auf die Generation der seit den späten 1970er-Jahren geborenen Künstler*innen. Die dritte Voraussetzung betrifft den geografischen Rahmen der Ausstellung. Gezeigt werden rund 500 Werke von 53 Künstler*innen. Im Kunstmuseum Bonn, dem Museum Wiesbaden und den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser werden alle teilnehmenden Künstler*innen mit jeweils mindestens drei Arbeiten parallel ausgestellt.
Eine Auswahl der Werke wird ab dem 7. Februar 2020 in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Publikation im Hirmer Verlag. Vom 19. September 2019 bis 19. Januar 2020. Info: www.kunstmuseum-bonn.de

Käthe-Kollwitz-Preis 2020 der Akademie der Künste geht an Timm Ulrichs.

20.06.2019

Timm Ulrichs erhält den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis 2020 der Akademie der Künste.
Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler für sein Lebenswerk gewürdigt, das für nachfolgende Künstlergenerationen bis heute Inspirationsquelle ist. Die Preisverleihung und Eröffnung der Ausstellung findet am 23. Januar im Akademie-Gebäude am Hanseatenweg statt. Die Jury (Ute Eskildsen, Wulf Herzogenrath, Gregor Schneider) betont, dass »Timm Ulrichs fernab der Kunstzentren unermüdlich als Autodidakt seine Enzyklopädie der Ideen erfunden hat. Als selbsternannter ‚Total-Künstler‘ arbeitet er in unterschiedlichsten Genres. Dabei verfolgt er mit seinem Ideenreichtum kein durchgehendes Konzept, sondern sucht Originalität in jeder einzelnen Idee. Die schiere Masse und Vielfältigkeit dieser unterschiedlichsten Einfälle sucht ihresgleichen.«
Timm Ulrichs (*31. März 1940 in Berlin) studierte nach dem Abitur Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover. Danach unterrichtete er als (Gast-) Professor u.a. an der Kunstakademie in Münster und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1959 gründete Ulrichs die »Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus« in Hannover, die zur Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum »ersten lebenden Kunstwerk«. Es folgten 1966 eine öffentliche »Selbstausstellung« in Frankfurt am Main, 1969 die Gründung einer »Kunstpraxis (Sprechstunden nach Vereinbarung)« und 1970 die erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld. 1977 war er Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel. Sein Œuvre umfasst konzeptuelles Arbeiten, Objektkunst, Environments, Performances, Aktionen, Multimediales und konkrete Poesie.
Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1960 jährlich an eine bildende Künstlerin, einen bildenden Künstler vergeben. Preisträger der letzten Jahre waren u.a. Hito Steyerl (2019), Adrian Piper (2018), Katharina Sieverding (2017), Edmund Kuppel (2016) und Bernard Frize (2015). Info: www.adk.de