Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen geht an den 1984 geborenen Arne Schmitt.

30.08.2018 

Die Jury des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen spricht im Jahr 2018 Arne Schmitt (vorgeschlagen von Eva Schmidt, Museum für Gegenwartskunst Siegen) den Preis zu. Die Preisverleihung ist am Sonntag, dem 23. September, um 11 Uhr in der Kunsthalle Bremen. Die Laudatio hält Eva Schmidt. Die Werke des Preisträgers sowie der weiteren neun nominierten Künstlerinnen und Künstler sind noch bis zum 30. September in der Kunsthalle zu sehen. Die Begründung der Jury (Sabine Breitwieser, Fabrice Hergott, Thomas Kellein, Adam Szymczyk, Susanne Titz): »Das Werk mit dem Titel ‘Der heiße Frieden’ über die chemische Industrie und eine deutsche Stadt behandelt das Thema multinationale Wirtschaft und Globalisierung am Beispiel eines Unternehmens, das großen Einfluss auf eine urbane Entwicklung und ihre Kultur genommen hat. Die scharfe und dabei trockene Analyse, die Verwendung historischer Dokumente in Form von Bildern und Texten haben in den Augen der Jury höchste Aktualität. Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart.« Seit über sechzig Jahren wird der Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen verliehen. Er zählt zu den anerkanntesten und mit 30.000 Euro Preisgeld am höchsten dotierten Auszeichnungen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst in Deutschland vergeben werden. Im Zweijahresrhythmus schlagen zehn angesehene Kuratoren und Kuratorinnen unabhängig voneinander je einen Künstler oder eine Künstlerin aus dem deutschsprachigen Raum vor. Die Wettbewerbsausstellung findet 2018 zum 46. Mal statt. Getragen wird der Kunstpreis seit 1985 vom Stifterkreis des Kunstvereins in Bremen. Dieser ermöglicht zudem den Ankauf eines Werks des jeweiligen Preisträgers. Vorherige Preisträger des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen. 2016: Emeka Ogboh, 2014: Nina Beier, 2012: Daniel Knorr, 2009: Thea Djordjadze, 2007: Ulla von Brandenburg, 2005: Clemens von Wedemeyer, 2003: Tino Sehgal, 2001: Heike Aumüller, 1999: Olaf Nicolai, 1997: Olafur Eliasson, 1995: Wolfgang Tillmans, 1993: Martin Honert, 1991: Thomas Lehnerer, 1989: Stephan Balkenhol, 1987: Eberhard Bosslet, 1985: Martin Disler. Info: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Jasmin Mickein, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fon 0421/32908380, Fax 0421/32908470. www.kunsthalle-bremen.de

Kaiserring geht an Wolfgang Tillmans.

15.08.2018  

Der Kaiserring, einer der renommiertesten Kunstpreise der Gegenwart, wird in diesem Jahr am 29. September 2018 an Wolfgang Tillmans verliehen. Direkt im Anschluss an die Preisverleihung eröffnet die Ausstellung des Preisträgers im Mönchehaus Museum.  Der Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst und wird seit 1975 verliehen. Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid geboren. Von 1990 bis 1992 studierte er am Bournemouth & Poole College of Art and Design. 2000 wurde ihm als erstem Fotografen und  nichtbritischem Künstler der Turner Prize verliehen. 2013 wurde er Mitglied der Royal  Academy of Arts. 2015 erhielt er den Hasselblad Award. Bekannt wurde Wolfgang Tillmans in den frühen Neunziger Jahren durch seine stilbildenden Fotografien aus der Jugend- und Populärkultur. Seitdem hat sich sein Werk auf die  verschiedensten Genres und fotografischen Praktiken hin erweitert. Neben u.a. Stillleben, Portraits, Landschafts und Himmelsaufnahmen entwickelte er verschiedene abstrakte  Fotoarbeiten, die Bildträger und Belichtungsprozesse thematisieren. Für seine Ausstellungen  entwickelte er einen nichthierarchischen Stil, indem er Fotografien unterschiedlicher Größe und Materialität in genau konzipierten und komponierten All-Over-Installationen zusammenbringt. Info: www.moenchehaus.de

Aachener Kunstpreis 2018 geht an Walid Raad.

15.08.2018 

In seiner vielschichtigen und medial breit angelegten Arbeit aus Fotografien, Videos, Installationen, Skulpturen und Performances setzt sich der 1967 in Chbanieh, Libanon, geborene Walid Raad mit verschiedenen Themen auseinander: Geschichte und Historizität, individuelle und kollektive Erinnerung, die Auswirkungen von Gewalt auf Geist, Körper, Tradition und Kunst, Faktizität und ihre Vermittlung, Fotografie und die Frage nach dem Dokument. Walid Raads Œuvre besteht im Wesentlichen aus drei großen Werkkomplexen: »The Atlas Group« (1989-2004), »Scratching on things I could disavow« (2007 – heute) und »Sweet Talk: Kommissionen« (1987– heute). Die Begründung der Jury (Andreas Beitin,  Ernst Höhler, Johan Holten, Christiane Mennicke-Schwarz, Susanne Titz): »Mit Walid Raad zeichnet die Jury einen Künstler aus, dessen Praxis für eine deutliche Erweiterung des Kanons der Kunst über Europa und die USA hinaus steht. Das mehrjährige Projekt des Künstlers mit dem Titel ‘The Atlas Group’ lenkte den Blick nicht nur auf die verworrene Geschichte des Nahen Ostens, sondern stellte zudem wichtige Fragen über das Verhältnis von Fakten und Fiktion in historischen Narrativen. Die Arbeiten Walid Raads überzeugen gleichermaßen durch ästhetische Präzision und durch ihre hohe Dichte an konzeptionellen Verweisen, weshalb die Jury mit ihm eine ausgezeichneten Persönlichkeit für den diesjährigen Aachener Kunstpreis gefunden hat.« Der mit 10.000 Euro dotierte Aachener Kunstpreis wird alle zwei Jahre an einen Künstler oder eine Künstlerin verliehen, dessen bzw. deren Werk der internationalen Kunstszene nachhaltige Impulse gibt. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung im Ludwig Forum für Internationale Kunst, die 2019 von Walid Raad realisiert wird. Info: www.ludwigforum.de