Die Berliner Künstlerin Brigitte Waldach erhält den Marta-Preis der Wemhöner Stiftung 2020.

24.11.2019

Die 1966 geborene Brigitte Waldach studierte zunächst Kunstpädagogik, Kunstwissenschaften und Germanistik, bevor sie sich der Freien Kunst zuwandte. Ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin schloss sie 2000 als Meisterschülerin von Georg Baselitz ab. Aus der Zeichnung heraus hat Waldach eine ebenso poetische wie raumgreifende Praxis entwickelt. In Textwolken, Raumzeichnungen und Klanginstallationen ergründet sie geistesgeschichtliche und literarische Zusammenhänge. Immer wieder setzt sie sich dabei intensiv mit der deutschen Geschichte auseinander, von der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Mythos der Roten Armee Fraktion (RAF) der 70er Jahre, aber auch jüngst mit den »Goldberg-Variationen« von J. S. Bach.
Als vierte Gewinnerin des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Marta-Preises der Wemhöner Stiftung wird Brigitte Waldach ein neues Werk für die Sammlung Marta entwickeln, das erstmals im Rahmen einer Einzelausstellung im Museum präsentiert wird. Die bisherigen Preisträger*innen sind das Duo Heike Mutter / Ulrich Genth (2014), Simon Wachsmuth (2016) und Peter Wächtler (2018), dessen skulpturales Mobile »Ohne Titel (Füller)« in diesem Jahr in der kupferbar im Marta in Anwesenheit des Künstlers eingeweiht wurde.

Das Kunstmuseum Bonn zeigt die Ausstellung: »Norbert Schwontkowski - Some of My Secrets«.

28.10.2019

Stets setzt Norbert Schwontkowski (1949 – 2013) den Menschen in den Mittelpunkt seiner Bildwelt. Er zeigt den Menschen als Suchenden, für dessen Orientierungslosigkeit er schlagende, gelegentlich durch die Malerei der Romantik vorgeprägte Bildformulierungen gefunden hat.
Anlässlich des 70. Geburtstags des Künstlers zeigt die Ausstellung rund 70 Gemälde von den mittleren 1990er-Jahren bis zum Jahr 2012 sowie 35 Skizzenbücher.
Es ist die bislang umfassendste museale Präsentation zum Werk des Bremer Malers, die ab Frühjahr 2020 auch in der Kunsthalle Bremen und ab Herbst 2020 im Gemeentemuseum in Den Haag gezeigt wird.  Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher  Katalog. Kuratiert von Christoph Schreier.
Bis zum 16. Februar 2020. Info: Kunstmuseum Bonn, Helmut-Kohl-Allee 2, 53113 Bonn, Fon 0228/77-6209, Fax 0228/77-6206. www.kunstmuseum-bonn.de

Andrea Lissoni wird ab 1. April 2020 das Münchner Haus der Kunst als künstlerischer Geschäftsführer leiten.

Der 1970 geborene Kunsthistoriker tritt damit die Nachfolge von Kuratoren wie Christoph Vitali, Chris Dercon und dem im März verstorbenen Okwui Enwezor an. Lissoni war seit 2014 als Senior Curator für Film und internationale Kunst an der Tate Modern tätig, davor leitete er den renommierten Ausstellungsraum Pirelli HangarBicocca in Mailand. Dort kuratierte er unter anderem Ausstellun-gen mit Tomás Saraceno, Apichatpong Weerasethakul, Mike Kelley und Ragnar Kjartansson. In London entwickelte er eine neue Kino-Reihe, war maßgeblich an der Neuinstallation der Sammlung im 2016 eröffneten Anbau beteiligt und arbeitete an der großen Joan Jonas Ausstellung 2018,  genau jener Schau, die von Okwui Enwezor nach München eingeladen und vom Geschäftsführer Bernhard Spies dann wieder abgesagt worden war. Die Herausforderungen sind groß. Das Haus der Kunst befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, ausgelöst durch massive Geldprobleme, die im Sommer 2017 bekannt wurden.