Mika Rottenberg erhält den Kurt-Schwitters-Preis 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

11.08.2018 

Die argentinische Künstlerin wurde 1976 in Buenos Aires geboren und lebt und arbeitet in New York.   Die Jury (Reinhard Spieler, Ralf Beil, Laurent Le Bon, Massimiliano Gioni, Susanne Pfeffer) begründet ihre Wahl wie folgt: »Die fantasievollen Videoarbeiten und Installationen von Mika Rottenberg verflechten Dokumentarisches mit Fiktion in surrealen Allegorien unseres heutigen Lebens. Ihre ausgeklügelten visuellen Erzählungen beleuchten die vernetzten Zusammenhänge zwischen Volkswirtschaften, geografischen Gebieten, Arbeitsformen und Wertschöpfung. Ihre Werke zeigen häufig Protagonistinnen mit ungewöhnlicher Körpergestalt, die an skurrilen fabrikähnlichen Arbeitsorten allerlei Güter herstellen: einen Käse, der aus der Milch äußerst langer Frauenhaare gewonnen wird (Cheese, 2008); gezüchtete Perlen (NoNoseKnows, 2015); bunte Großhandelsposten aus Kunststoff, die millionenfach in chinesischen Megamärkten feilgeboten werden (Cosmic Generator, 2017). Mit ihrer absurden Satire spricht Rottenberg die dringen-den Fragen unserer Zeit messerscharf an... In ihrem interdisziplinär-experimentellen künstlerischen Ansatz und in der Beschäfti-gung mit der Verwobenheit von Maschine und Körper klingt die Sensibilität des bahnbrechenden Künstlers Kurt Schwitters nach. Damit ist sie die ideale Kandidatin für den Kurt-Schwitters-Preis.«  Der Preis wird 2019 zum zwölften Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Info: www.nsks.de

Drei neue Ausstellungen in der Städtischen Galerie Bremen: Sebastian Dannenberg, Lena Inken Schaefer und Nathalie Grenzhaeser.

06.08.2018 

Die Städtische Galerie rückt dabei die  Preisträger*innen des Bremer Förderpreises für Bildende Kunst in den Mittelpunkt. Sebastian Dannenberg wurde 2015 mit dem 39. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst des Senators für Kultur ausgezeichnet. Die zugehörige Einzelausstellung realisiert der Künstler als dreiteiliges Projekt in einer Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Bremen und der Städtischen Galerie Bremen. Unter dem Titel »It´s all about the River« verbindet Sebastian Dannenberg künstlerisch die Institutionen entlang der Kleinen Weser. Nach Vol. 1, einer Intervention im Galerieraum des Künstlerhauses Bremen, und Vol. 2, einer temporären performativen Aktion entlang der Kleinen Weser, beschäftigt er sich in Vol. 3 mit der spezifischen Architektur der Räumlichkeiten der Städtischen Galerie. Lena Inken Schaefer wurde 2013 mit dem 37. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst des Senators für Kultur ausgezeichnet. Der Titel ihrer Einzelausstellung »Impartial Spectator« (Unparteiischer Beobachter) ist dem 1759 erschienenen Buch »Theorie der ethischen Gefühle« des schottischen Philosophen Adam Smith entnommen. Anhand von kurzen Videosequenzen sowie mit Zeichnungen und Skulpturen, versucht sie sich dem Text assoziativ zu nähern. Dazu läuft im Foyer die bereits 21. Folge der Ausstellungsreihe »screen spirit_continued«, in der die Künstlerin Marikke Heinz-Hoek jeweils eine spannende Einzelposition internationaler Video-kunst vorstellt – in diesem Fall die Arbeit »Sketches« der Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser. Laufzeit der drei Ausstellungen vom 12. August bis 14. Oktober 2018. Info: Städtische Galerie Bremen, Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen, Fon 0421/361-5826, Fax 0421/361-5745. www.staedtischegalerie-bremen.de

»Virtual Insanity« in der Kunsthalle Mainz.

03.08.2018 

Mit »Virtual Insanity« erobert Jamiroquai 1996 die internationalen Charts. Ein Song, der den Einzug einer neuen Ära begleitet, weil er sie vokal und tonal einfängt. Ein Video, das legendär geworden ist, weil es den Verlust der Bodenhaftung, die Haltlosigkeit von Mensch und Situation in damals spektakuläre Bilder umsetzt. Nicht der Begriff »virtual insanity« doch seine Bedeutung hat sich bestätigt. Das Abgleiten in virtuelle Realitäten führt in steigendem Maße zu Wahrnehmungsstörungen, Eskapismus, Verrohung. Die Ausstellung »Virtual Insanity« beschäftigt sich mit der Ausdehnung der Realität und deren Schattenseiten. Wachstum und Veränderung sind die Motoren menschlichen Denkens und gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie stimulieren, wirken sinnstiftend, können notwendig sein. Gleichzeitig können sie Felder aktivieren, Gedanken und Handlungen auslösen, die weder gewollt, noch steuerbar sind. In »Virtual Insanity« kreieren die beteiligten Künstlerinnen und Künstler Dokumente, verfassen Berichte und Erzählungen, entwickeln Szenarien und praktizieren so einen ganz eigenen Umgang mit technischen Neuerungen und Lebensvollzug infolge der digitalen Revolution.  Antoine Catala, Cao Fei, Jon Rafman, Jordan Wolfson, Harun Farocki, Eva & Franco Mattes, Refrakt & Nicole Ruggiero & Molly Soda, Renaud Jerez, Igor Simic, Tabita Rezaire nehmen teil. bis zum 18.November 2017. Info: Kunsthalle Mainz, Am Zollhafen 3–5, 55118 Mainz, Fon 0631/126936. www.kunsthalle-mainz.de