Der Hector Preis-Träger 2019 heißt Hiwa K.

28.01.2019

Die Jury (Antonia Alampi, Sebastian Baden, Andreas Beitin, John Feldmann, Krist Gruijthuijsen, Thomas Köllhofer, Mirjam Varadinis) hat den Preisträger aus einer Auswahl von 14 nominierten Künstler*innen und Kunstkollektiven einstimmig gewählt. »Hiwa K, der als Kurde aus dem Irak fliehen musste, beschäftigt sich in seinem Werk mit den großen Herausforderungen unserer Zeit: Migration, Fragen der Zugehörigkeit und dem Thema Nationalismus. Ausgehend von seiner eigenen Geschichte gelingt es ihm, diese komplexen Fragen sowohl konzeptionell wie auch formal überzeugend umzusetzen und Werke von tiefer Menschlichkeit zu schaffen...«, betont die Jury. Seit 1997 vergeben die Kunsthalle Mannheim und die H.W. & J. Hector-Stiftung im dreijährigen Rhythmus den Hector Kunstpreis für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Unter den bisherigen Preisträgern waren Alicja Kwade, Nairy Baghramian, Tobias Rehberger, Florian Slotawa und Gunda Förster. Der Preis ist  mit 20.000 Euro dotiert und mit einer Ausstellung in der Kunsthalle sowie begleitender Publikation verbunden. Vom 5. Juli bis 1. September 2019. Kuratiert von Sebastian Baden. Info: Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim, Fon 0621/293-6423. www.kuma.art

Der Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2018 geht an YRD.Works.

14.01.2019

Das in Offenbach am Main beheimatete Künstlerkollektiv besteht aus David Bausch, Yacin Boudalfa und Ruben Fischer. Verbunden mit der jährlich seit 1979 vergebenen Auszeichnung ist eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie eine Publikation. YRD.Works überzeugte die Jury mit einer Reihe von Projekten, die nicht nur in bestehende Kunstorte eingreifen, sondern oft ganz eigene Räume oder architektonische Interventionen schaffen. YRD.Works erarbeitet mit ihren begehbaren und nutzbaren Raumskulpturen eine aktive Schnittstelle zwischen Architektur, Performance und sozialem Ereignis. Ausganspunkt für eine Projektidee ist neben besonderen Architektursituationen oft das Finden kultureller Leerstellen, woraus dann Konzepte für die Schaffung von Raum und dessen Nutzung durch weitere Akteure und das Publikum entwickelt werden. Die 2019 in der Städtischen Galerie Nordhorn geplante Ausstellung von YRD.Works wird die besondere architektonische Situation der Galerie als »Raum im Raum« innerhalb des Kulturzentrums Alte Weberei zum Anlass nehmen, die Grenzen zwischen reinem Kunstraum und einem vielfältig aufgestellten Kulturzentrum sowohl baulich als auch inhaltlich zu öffnen.Yacin Boudalfa (*1987), David Bausch (*1988) und Ruben Fischer (*1987) haben an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert und arbeiten seit 2012 gemeinsam als YRD.Works. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn, zu deren Eröffnung der Kunstpreis verliehen wird, findet vom 10. März bis zum 5. Mai 2019 statt. Info: www.staedtische-galerie.nordhorn.de

Barbara Kruger erhält 2019 den Kaiserring der Stadt Goslar.

08.01.2019

Die US-amerikanische Konzeptkünstlerin ist bekannt für ihre unverwechselbare Bildsprache mit provokanten Aussagen zu Macht, Konsum, Sexualität und Ideologie. Die 73-Jährige gehört zur ersten Generation feministischer Künstlerinnen, die in den 1980er Jahren weltweit Beachtung fanden. Barbara Kruger wird die Auszeichnung am 21. September 2019 in Goslar entgegen nehmen. Der Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten beispielsweise Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman oder Jenny Holzer. Vor Wolfgang Tillmans erhielten in den letzten Jahren unter anderem Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Wiebke Siem, Olafur Eliasson, Jimmie Durham, Isa Genzken den Preis. In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury:  »...Seit über 40 Jahren untersucht die amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger in großformatigen Bildern, Installationen, Videos sowie mit Werken im öffentlichen Raum die komplexen Zusammenhänge zwischen Macht und Gesellschaft. Ihre Arbeiten verstehen sich als kritische Interventionen, mit denen sie die Abgründe des kapitalistischen Systems und die trügerischen Verlockungen des Konsums aufdeckt. Sie gehört zur ersten Generation feministischer Künstlerinnen, die in den 1980er Jahren weltweit Beachtung fanden, und sie genießt bis heute große internationale Anerkennung.« Seit Anfang der 80er Jahre nimmt Barbara Kruger an großen internationalen Ausstellungen teil, so an der Biennale in Venedig (1982) und der documenta VII (1982). 2005 wurde sie mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Große Ausstellungen in führenden Museen weltweit (Museum of Contemporary Art, Los Angeles; National Gallery of Art, Washington; Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main; Whitney Museum of American Art, New York; Stedelijk Museum, Amsterdam) belegen die fortwährende Aktualität ihres Werks.