Turner-Preis 2019 vergeben.

Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani sind die Gewinner des diesjährigen Turner-Preises. Sie alle bearbeiten Problemfelder wie Migration, Menschen- und Frauenrechte oder Folter. Der diesjährige Preis geht zum ersten Mal in seiner Geschichte an alle vier Nominierten. Sie hatten die Jury in einem Brief aufgefordert, den Preis zu teilen, als Statement im Zeichen von »Gemeinsamkeit, Vielfalt und Solidarität« und wollten damit ein Zeichen setzen »in einer Ära, die vom Aufstieg der Rechten und von der Erneuerung des Faschismus geprägt« sei. Ihr Werk sei »inkompatibel mit dem Wettbewerb-Format, dessen Tendenz es sei, zu spalten und zu individualisieren«, teilten die Künstler in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Jury ist diesem Wunsch einstimmig nachgekommen. Der Turner-Preis ist die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Er ist nach dem englischen Maler William Turner (1775-1851) benannt und wird seit 1984 vergeben. Es werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten. Die Vergabe der Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery organisiert. Sie erfolgte in diesem Jahr erstmals in dem Küstenort Margate.

Die Berliner Künstlerin Brigitte Waldach erhält den Marta-Preis der Wemhöner Stiftung 2020.

Die 1966 geborene Brigitte Waldach studierte zunächst Kunstpädagogik, Kunstwissenschaften und Germanistik, bevor sie sich der Freien Kunst zuwandte. Ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin schloss sie 2000 als Meisterschülerin von Georg Baselitz ab. Aus der Zeichnung heraus hat Waldach eine ebenso poetische wie raumgreifende Praxis entwickelt. In Textwolken, Raumzeichnungen und Klanginstallationen ergründet sie geistesgeschichtliche und literarische Zusammenhänge. Immer wieder setzt sie sich dabei intensiv mit der deutschen Geschichte auseinander, von der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Mythos der Roten Armee Fraktion (RAF) der 70er Jahre, aber auch jüngst mit den »Goldberg-Variationen« von J. S. Bach. Als vierte Gewinnerin des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Marta-Preises der Wemhöner Stiftung wird Brigitte Waldach ein neues Werk für die Sammlung Marta entwickeln, das erstmals im Rahmen einer Einzelausstellung im Museum präsentiert wird. Die bisherigen Preisträger*innen sind das Duo Heike Mutter / Ulrich Genth (2014), Simon Wachsmuth (2016) und Peter Wächtler (2018), dessen skulpturales Mobile »Ohne Titel (Füller)« in diesem Jahr in der kupferbar im Marta in Anwesenheit des Künstlers eingeweiht wurde.

Das Kunstmuseum Bonn zeigt die Ausstellung: »Norbert Schwontkowski - Some of My Secrets«.

Stets setzt Norbert Schwontkowski (1949 – 2013) den Menschen in den Mittelpunkt seiner Bildwelt. Er zeigt den Menschen als Suchenden, für dessen Orientierungslosigkeit er schlagende, gelegentlich durch die Malerei der Romantik vorgeprägte Bildformu-lierungen gefunden hat.  Anlässlich des 70. Geburtstags des Künstlers zeigt die Ausstellung rund 70 Gemälde von den mittleren 1990er-Jahren bis zum Jahr 2012 sowie 35 Skizzenbücher. Es ist die bislang umfassendste museale Präsentation zum Werk des Bremer Malers, die ab Frühjahr 2020 auch in der Kunsthalle Bremen und ab Herbst 2020 im Gemeentemuseum in Den Haag gezeigt wird.  Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher  Katalog. Kuratiert von Christoph Schreier. Bis zum 16. Februar 2020. Info: Kunstmuseum Bonn, Helmut-Kohl-Allee 2, 53113 Bonn, Fon 0228/77-6209, Fax 0228/77-6206. www.kunstmuseum-bonn.de