Biennale Venedig 2019: Die 58. Internationale Kunstausstellung.

12.05.2019

Litauen hat den Hauptpreis für den besten nationalen Beitrag bei der Kunst-Biennale in Venedig gewonnen. Für die zeitkritische Opern-Performance »Sun & Sea (Marina)« hat das litauische Künstlerinnen-Trio bestehend aus Rugile Barzdziukaite, Vaiva Grainyte und Lina Lapelyte das Erdgeschoss eines alten Marine-Gebäudes im Herzen Venedigs in einen künstlichen Strand verwandelt. Die Strandbesucher singen über das sich verändernde Klima, die Angst vor der eigenen Endlichkeit und dem Artensterben. »In diesem Stück ziehen wir eine Linie zwischen der Zerbrechlichkeit des menschlichen Körpers und der Zerbrechlichkeit des Körpers der Erde«, sagte die Szenographin Rugile Barzdziukaite. Das Werk sei eine »Kritik an der Freizeit und an unserer Zeit«, so die Direktorin des Berliner Martin-Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, die in diesem Jahr die Jury leitete.
Der afroamerikanische Filmemacher Arthur Jafa bekam den Goldenen Löwn als bester Künstler für sein Video »The White Album«. Er verwendet eigenes Video-Material und Material aus Internet und Fernsehen, »um über das Thema Rasse nachzudenken«, wie es die Jury formuliert. Der US-amerikanische Konzeptkünstler, Autor und Aktivist Jimmie Durham wurde mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Dieses Mal wurde der deutsche Pavillon von Natasha Sadr Haghighian gestaltet, die Professorin für Bildhauerei an der Hochschule für Künste in Bremen ist. Die multimediale Sound- und Rauminstallation setzt sich mit Migration, Integration, Ein- und Abgrenzung und Fragen des Zusammenlebens auseinander. Ein  ironisches Versteckspiel um die eigene Identität bildet den Ausgangspunkt für ihr Projekt. Bei der Voreröffnung wurde der deutsche Pavillon zu einem sogenannten »Ankersentrum« erklärt. Eine Anspielung auf die Ankerzentren für Asylbewerber in Bayern. Sie wählte für das Projekt den Kunstnamen Süder Happelmann, spricht nicht und tritt lediglich mit einer Steinattrappe auf dem Kopf auf. Kuratiert wurde der Beitrag von Franciska Zólyom.
Bei der letzten Kunst-Biennale 2017 hat Deutschland die beiden wichtigsten Preise gewonnen. Der von der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon bekam den Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag und Franz Erhard Walther wurde als bester Künstler mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Die Biennale gilt neben der documenta in Kassel als wichtigste Kunstausstellung und läuft bis zum 24. November.
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Alexander Klar neuer Direktor der Hamburger Kunsthalle.

9.5.2019

Der Direktor des Museums Wiesbaden, Alexander Klar, wird zum 1. August neuer Leiter der Hamburger Kunsthalle. Der 50-Jährige folgt auf Christoph Martin Vogtherr, der überraschend zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gewechselt war.
»Ich möchte gerne über Kunst reden und ich möchte, dass möglichst viele Menschen über Kunst reden, denn Kunst ist ein zentrales Thema in unserem Leben«, sagte Klar, der seit 2010 das Museum Wiesbaden leitet. Die Sammlung der Kunsthalle sei »das visuelle Gedächtnis der vergangenen Jahrhunderte, in dem sich Geschichte und Gegenwart in herausragenden Bildern unserer Kultur begegnen«.
Klar, 1968 in Waiblingen bei Stuttgart geboren, wuchs in Athen auf. Er studierte Kunstgeschichte, Geschichte und christliche Archäologie in Erlangen. Nach Stationen am Solomon R. Guggenheim Museum in New York und an der Peggy Guggenheim Collection in Venedig war er von 2002 bis 2004 an der Kunsthalle in Emden. Ab 2004 war Klar Ausstellungskurator im Victoria and Albert Museum in London, ab 2008 Gründungsdirektor des Emil-Schumacher-Museums in Hagen.

Heimo Zobernig im Wilhelm-Hack-Museum.

6.5.2019

»Kabinettstücke: Heimo Zobernig« so der Titel einer Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum. Neben Malerei, Skulptur, Video und Performance umfassen die Arbeiten des 1958 geborenen Künstlers auch Architektur, Grafik- und Möbeldesign. Zobernigs Werke zeichnen sich durch eine einfache geometrische Formensprache sowie unprätentiöse Materialästhetik aus. Stets lotet der Künstler die Grenze zwischen freier und angewandter Kunst aus.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Ausstellungsplakaten, Künstler-büchern und Katalogen von den 1980er Jahren bis heute, die seine vielschichtige Beschäftigung mit typografischen Gestaltungsprinzipien, Sprache sowie dem Thema Farbe zum Ausdruck bringt. Während er sich bei der Gestaltung von Plakaten oder Katalogen vorzugsweise der reinen CMYK-Farben bedient, operiert Zobernig für seine Streifenbilder, die seit 1987 kontinuierlich entstehen, mit einer von ihm festgelegten Palette von 15 reinen Pigmentfarben, die er in subjektiver Weise anordnet.
Kuratiert von Astrid Ihle. Bis zum 7. Juli 2019. Info: Wilhelm-Hack-Museum, Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen am Rhein, Fon 0621/504-3045. www.wilhelmhack.museum.de