Der Künstler Christo ist im Alter von 84 Jahren in New York gestorben.

 
Christo wurde 1935 als Christo Vladimirov Javacheff in Bulgarien geboren. Er verließ das Land 1957 und arbeitete unter anderem in Prag, Wien und Genf. In Paris lernte er 1958 seine spätere Frau Jeanne-Claude Denat de Guillebon kennen, mit der er bis zu ihrem Tod 2009 als Duo zusammenarbeitete. Ihre erste gemeinsame Kunstaktion gelten die gestapelten Ölfässer und Verhüllungen aus dem Jahr 1961 in Köln. Bekannt wurde das Paar vor allem durch ihre spektakulären »Verhüllungsaktionen«, die die Grenzen zwischen den Gattungen wie Malerei, Skulptur und Architektur verwischten. So die safranfarbenen Tore im New Yorker Central Park (»The Gates«), die schwimmenden, mit Nylongewebe bezogenen Stege auf dem Wasser des Iseo-Sees in der Lombardei (»Floating Piers«)  sowie der 1995 verhüllte Berliner Reichstag und die verpackte Pont Neuf in Paris. In diesem Jahr wollte Christo den Arc de Triomphe in Paris verhüllen. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Projekt auf 2021 verschoben,  Christo wird es nun nicht mehr erleben. Von der Planung bis zur Umsetzung eines Projektes dauerte es manchmal über dreißig Jahre, abhängig von den jeweiligen Stadtverwaltungen und vor allem der Finanzierung. Nicht nur das optische »Verbergen « war wesentliches Arbeitsprinzip, sondern auch die Neukonzeption von Stadt, Land, Fluss durch installative Eingriffe. Werke von Christo und Jeanne-Claude sind noch bis Anfang August im Palais Populaire in Berlin zu sehen. Info: www.db-palaispopulaire.de/

Yilmaz Dziewior zum Kurator des Deutschen Pavillons berufen.

Der Direktor des Museum Ludwig verantwortet den deutschen Beitrag bei der Kunstbiennale in Venedig 2022.  Dziewior ist seit 2015 Direktor des Museum Ludwig in Köln. Zuvor leitete er den Kunstverein Hamburg (2001-2008) und das Kunsthaus Bregenz (2009–2015). Seine Aufgabe für Venedig wird es sein, einzelne Künstlerinnen und Künstler oder eine Gruppe für die Biennale zu gewinnen und die Gestaltung des deutschen Pavillons zu betreuen. »Yilmaz Dziewior ist ein international renommierter, innovativer Kurator, der sich mit aktuellen Fragen der gegenwärtigen Welt auseinandersetzt und Ausstellungen entwickelt, die dank ihrem experimentellen und interdisziplinären Ansatz neue Perspektiven auf die Kunst eröffnen. Wir freuen uns sehr über diese ausgezeichnete Wahl und auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm«, sagt Ulrich Raulff, der Präsident des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), das den Deutschen Pavillon in der Funktion des Kommissars betreut. Neben der Documenta in Kassel gehört die Biennale di Venezia zu den international wichtigsten Präsentationen von Gegenwartskunst. International renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Gerhard Richter, Joseph Beuys, Jochen Gerz, Ulrich Rückriem, Hanne Darboven, Bernd und Hilla Becher, Hans Haacke, Nam June Paik, Katharina Fritsch, Gerhard Merz, Rosemarie Trockel, Martin Kippenberger, Candida Höfer, Tino Sehgal, Isa Genzken und Ai Weiwei haben den Deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig bespielt. Der deutsche Beitrag gewann bereits sechs goldene Löwen: 1984 Lothar Baumgarten und A. R. Penck (Kommissar: Johannes Cladders), 1986 Sigmar Polke (Kommissar: Dierk Stemmler), 1993 Hans Haacke und Nam June Paik (Kommissar: Klaus Bußmann), 2001 Gregor Schneider (Kommissar: Udo Kittelmann), 2011 Christoph Schlingensief (Kuratorin: Susanne Gaensheimer) und 2017 Anne Imhof (Kuratorin: Susanne Pfeffer). 2019 gestaltete Natascha Süder Happelmann den deutschen Beitrag, der von Franciska Zólyom kuriert wurde.

Vertrag des Direktors Krist Gruijthuijsen bis 2024 verlängert.

Krist Gruijthuijsen bleibt Direktor der KW Institute for Contemporary Art. »Der Vorstand der KUNST-WERKE BERLIN hat einvernehmlich beschlossen, den Vertrag mit Krist Gruijthuijsen als Direktor und künstlerischem Leiter der KW zu verlängern. Die Entscheidung wird ebenfalls von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa getragen. Krists Engagement und Programmgestaltung der letzten vier Jahre hat nicht nur scharfsinnige Untersuchungen verschiedener dringlicher Themen hervorgebracht, sondern sich auch durch Investition in lokale, nationale und internationale Zusammenhänge Ausdruck verschafft...«, so der Vorstandsvorsitzende Ólafur Elíasson im Namen des Vorstands des KUNST-WERKE BERLIN e. V. Seit dem 1. Juli 2016 leitet der Kurator und Kunstkritiker Krist Gruijthuijsen die KW Institute for Contemporary Art. In Zusammenarbeit mit seinem kuratorischen Team entwickelte Gruijthuijsen ein vielschichtiges Programm, bestehend aus wegweisenden Ausstellungen und Projekten mit jungen, oft übersehenen, nicht-westlichen Stimmen wie Hiwa K (2017), Beatriz González (2018/2019), Anna Daucíková (2019), Hassan Sharif (2020) und Leonilson (2020/2021). Gleichzeitig setzte das Programm auf eigenwillige, starke Positionen, die den »Körper« in seinem Wechselspiel mit Politik, Technologie und Architektur in den Mittelpunkt stellten.  Darüber hinaus initiierte Gruijthuijsen zahlreiche erfolgreiche Langzeitprojekte wie REALTY und STATISTA, die kritische Diskurse in den Stadtraum trugen, sowie Ausstellungen von Künstler*innen, die eine tragende Rolle innerhalb der Berliner Kunstszene spielen wie Willem de Rooij (2017/2018), Judith Hopf (2018), Heike-Karin Föll (2019), Frank Wagner (2019) und Amelie von Wulffen (2020/2021).