Emil Michael Klein erhält den Paul Boesch Kunstpreis 2020.

Der Preis wird zur Förderung Schweizer Kunst vergeben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 50‘000 Franken dotiert. Der 1982 in München geborene Klein verbindet mit der Schichtung und Abtragung von Farbe auf seinen Bildern Techniken der Bildhauerei und der Malerei. In einer Reihe von Arbeiten baut er seine Leinwände aus Farbfeldern auf, die mit den nächsten Schichten soweit abge-deckt werden, dass nur schmale Bereiche stehen bleiben, die wir als Liniensetzungen lesen können. Diese Linien kontrastieren zuweilen in Buntfarben mit monochromen Flächen, zum Teil bleiben die Kompositionen komplett im monochromen Bereich. Zu-weilen erinnern die Linienformen an naturhaftes organisches Wachstum – an Adern, Äste oder Bäche, verweisen aber immer auf ihre Künstlichkeit der abstrakten Idee «Linie». Emil Michael Klein wurde 1982 in München geboren und ist im Wallis aufgewachsen. Er erlernte ursprünglich traditionelle Holzbildhauerei und studierte später Bildende Kunst in Basel und Lausanne. Heute lebt und arbeitet er in Zürich. Der Paul Boesch Kunstpreis ist der jüngste und zugleich einer der höchst dotierten Kunstpreise der Schweiz.Seit 2016 wird er einmal jährlich verliehen und zeichnet das Schaffen eines Schweizer Künstlers oder einer Schweizer Künstlerin im Bereich Bildende Kunst aus. Die Vergabe des Preises ist mit dem Ankauf eines Werks verbunden, das als Depositum der Paul Boesch Stiftung in die Sammlung des Kunstmuseum Bern gelangt. Die bisherigen Preisträger sind Edit Oderbolz, Mai-Thu Perret, Vaclav Požarek und Pamela Rosenkranz.

Franz Erhard Walther im Haus der Kunst.

Das Haus der Kunst in München präsentiert Arbeiten von Franz Erhard Walther unter dem Titel »Shifting Perspectives«. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formuliert der 1939 in Fulda geborene Künstler einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht. Bereits in seinem Frühwerk beschäftigt Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Mit dem Schlüsselwerk der »Vier Körperformen« (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. In den Wandformationen der 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt. Die Exponate können zum Teil angezogen oder betreten werden. Das Verständnis des Betrachters von einer traditionellen Bildlogik wird auf diese Weise herausgefordert. Kuratiert von Jana Baumann. Bis zum 29. November 2020. Info: Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, 80538 München, Fon 089/21127-113, Fax 089/21127-157. www.hausderkunst.de

Ayse Erkmen in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn: »EINS, ZWEI, DREI«.

Die Ausstellung findet anlässlich der Vergabe des Ernst Franz Vogelmann-Preises für Skulptur an Ayse Erkmen statt. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis würdige »ein ebenso solitäres wie außergewöhnliches künstlerisches Gesamtwerk«, so die Städtischen Museen Heilbronn und die Ernst Franz Vogelmann-Stiftung. Für Erkmen sei nicht ein Produkt oder ein Objekt das künstlerische Ziel, sondern ein mit minimalen Eingriffen erzeugter temporärer Zustand, der als Erinnerung bleibe. Bei den Skulptur Projekten Münster ließ Erkmen zum Beispiel 1997 einen Hubschrauber mit kriegsbeschädigten Skulpturen über dem Dom kreisen, fünf Jahre später gab sie zwei ausgewachsenen Tigern ein kurzzeitiges Domizil in einer stillgelegten Essener Kokerei. Zuletzt wurde sie in Deutschland bekannt durch einen 2017 in Münster installierten Steg. Er verlief knapp unter der Wasseroberfläche des Hafenbeckens und schenkte Besuchern die Illusion, sie würden über Wasser laufen. Erkmen folgt als Preisträgerin auf Roman Signer, Franz Erhard Walther, Thomas Schütte und Richard Deacon. Bis zum 1. November 2020. Info: Kunsthalle Vogelmann, Allee 28, 74072 Heilbronn, Fon 07131/56-4420, Fax 07131/56-3194. www.museen.heilbronn.de