Kaiserring geht an Wolfgang Tillmans.

 
Der Kaiserring, einer der renommiertesten Kunstpreise der Gegenwart, wird in diesem Jahr am 29. September 2018 an Wolfgang Tillmans verliehen. Direkt im Anschluss an die Preisverleihung eröffnet die Ausstellung des Preisträgers im Mönchehaus Museum.  Der Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst und wird seit 1975 verliehen. Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid geboren. Von 1990 bis 1992 studierte er am Bournemouth & Poole College of Art and Design. 2000 wurde ihm als erstem Fotografen und  nichtbritischem Künstler der Turner Prize verliehen. 2013 wurde er Mitglied der Royal  Academy of Arts. 2015 erhielt er den Hasselblad Award. Bekannt wurde Wolfgang Tillmans in den frühen Neunziger Jahren durch seine stilbildenden Fotografien aus der Jugend- und Populärkultur. Seitdem hat sich sein Werk auf die  verschiedensten Genres und fotografischen Praktiken hin erweitert. Neben u.a. Stillleben, Portraits, Landschafts und Himmelsaufnahmen entwickelte er verschiedene abstrakte  Fotoarbeiten, die Bildträger und Belichtungsprozesse thematisieren. Für seine Ausstellungen  entwickelte er einen nichthierarchischen Stil, indem er Fotografien unterschiedlicher Größe und Materialität in genau konzipierten und komponierten All-Over-Installationen zusammenbringt. Info: www.moenchehaus.de

Aachener Kunstpreis 2018 geht an Walid Raad.

In seiner vielschichtigen und medial breit angelegten Arbeit aus Fotografien, Videos, Installationen, Skulpturen und Performances setzt sich der 1967 in Chbanieh, Libanon, geborene Walid Raad mit verschiedenen Themen auseinander: Geschichte und Historizität, individuelle und kollektive Erinnerung, die Auswirkungen von Gewalt auf Geist, Körper, Tradition und Kunst, Faktizität und ihre Vermittlung, Fotografie und die Frage nach dem Dokument. Walid Raads Œuvre besteht im Wesentlichen aus drei großen Werkkomplexen: »The Atlas Group« (1989-2004), »Scratching on things I could disavow« (2007 – heute) und »Sweet Talk: Kommissionen« (1987– heute). Die Begründung der Jury (Andreas Beitin,  Ernst Höhler, Johan Holten, Christiane Mennicke-Schwarz, Susanne Titz): »Mit Walid Raad zeichnet die Jury einen Künstler aus, dessen Praxis für eine deutliche Erweiterung des Kanons der Kunst über Europa und die USA hinaus steht. Das mehrjährige Projekt des Künstlers mit dem Titel ‘The Atlas Group’ lenkte den Blick nicht nur auf die verworrene Geschichte des Nahen Ostens, sondern stellte zudem wichtige Fragen über das Verhältnis von Fakten und Fiktion in historischen Narrativen. Die Arbeiten Walid Raads überzeugen gleichermaßen durch ästhetische Präzision und durch ihre hohe Dichte an konzeptionellen Verweisen, weshalb die Jury mit ihm eine ausgezeichneten Persönlichkeit für den diesjährigen Aachener Kunstpreis gefunden hat.« Der mit 10.000 Euro dotierte Aachener Kunstpreis wird alle zwei Jahre an einen Künstler oder eine Künstlerin verliehen, dessen bzw. deren Werk der internationalen Kunstszene nachhaltige Impulse gibt. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung im Ludwig Forum für Internationale Kunst, die 2019 von Walid Raad realisiert wird. Info: www.ludwigforum.de

Mika Rottenberg erhält den Kurt-Schwitters-Preis 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Die argentinische Künstlerin wurde 1976 in Buenos Aires geboren und lebt und arbeitet in New York.   Die Jury (Reinhard Spieler, Ralf Beil, Laurent Le Bon, Massimiliano Gioni, Susanne Pfeffer) begründet ihre Wahl wie folgt: »Die fantasievollen Videoarbeiten und Installationen von Mika Rottenberg verflechten Dokumentarisches mit Fiktion in surrealen Allegorien unseres heutigen Lebens. Ihre ausgeklügelten visuellen Erzählungen beleuchten die vernetzten Zusammenhänge zwischen Volkswirtschaften, geografischen Gebieten, Arbeitsformen und Wertschöpfung. Ihre Werke zeigen häufig Protagonistinnen mit ungewöhnlicher Körpergestalt, die an skurrilen fabrikähnlichen Arbeitsorten allerlei Güter herstellen: einen Käse, der aus der Milch äußerst langer Frauenhaare gewonnen wird (Cheese, 2008); gezüchtete Perlen (NoNoseKnows, 2015); bunte Großhandelsposten aus Kunststoff, die millionenfach in chinesischen Megamärkten feilgeboten werden (Cosmic Generator, 2017). Mit ihrer absurden Satire spricht Rottenberg die dringen-den Fragen unserer Zeit messerscharf an... In ihrem interdisziplinär-experimentellen künstlerischen Ansatz und in der Beschäfti-gung mit der Verwobenheit von Maschine und Körper klingt die Sensibilität des bahnbrechenden Künstlers Kurt Schwitters nach. Damit ist sie die ideale Kandidatin für den Kurt-Schwitters-Preis.«  Der Preis wird 2019 zum zwölften Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Info: www.nsks.de