Der 25. Wolfgang-Hahn-Preis geht an die brasilianische Künstlerin Jac Leirner.

Die 1961 in São Paulo geborene Künstlerin verfolgt mit ihrer Arbeit seit vielen Jahren eine subtile Analyse von Gesellschafts- und Repräsentationssystemen. Jochen Volz, Direktor der Pinacoteca do Estado de São Paulo und Gastjuror für den Wolfgang-Hahn-Preis 2019 begründet die Entscheidung der Jury: »Jac Leirner ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der Konzeptkunst unserer Tage und der sogenannten Institutionskritik. Seit den 1980er Jahren hat sie mit ihren Skulpturen, Bildern und Installationen die Idee des Originals und des Wertes von Kunstwerken in Frage gestellt. Gefundene, gesammelte und auch gestohlene Objekte, meist industriell produziert, werden von ihr verarbeitet. Die Arbeit ‘Museum Bags’ (1985/2018) besteht beispielsweise aus einer Sammlung von gewöhnlichen Plastiktüten, die sie in verschiedenen Museumsshops erworben hat. Die Tüten, die normalerweise vom Besucher benutzt werden, um ein Souvenir vom öffentlichen Museum in den Privatraum zu befördern, werden hier zu einer großflächigen Collage, zum Bild«. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig und Mitglied der Jury, ergänzt: »...Zum ersten Mal zeichnen wir eine südamerikanische Künstlerin für ihr international relevantes Œuvre aus. Das weitet unseren Blick für das globale zeitgenössische Kunstgeschehen. Leirners Schaffen, an der Schnittstelle von Minimalismus, Konzeptualismus und Institutionskritik, ist eine große Bereicherung für die Sammlung des Museum Ludwig...«.  »Museum Bags« (1985/2018) wird von der Gesellschaft für Moderne Kunst anlässlich der Verleihung des Preises für die Sammlung des Museum Ludwig erworben und im Kontext der ständigen Sammlung präsentiert. Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*in zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig organisierte Ausstellung mit Arbeiten der Preisträger*in sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation. Preisverleihung und Eröffnung: 9. April 2019, Museum Ludwig. Ausstellung: 10.4. – 21.7.2019. Info: Sonja Hempel, Presse, Museum Ludwig, Heirich-Böll-Platz, 50667, Köln, Fon 0221/221-23491, Fax. 0221/221-24114. www.museum-ludwig.de

Die Akademie der Künste vergibt das Ellen-Auerbach-Stipendium für Fotografie 2018 an Annette Frick.

Annette Frick erhält das Stipendium auf Vorschlag der Akademie-Mitglieder Thomas Florschuetz, Ulrike Ottinger und Michael Ruetz. Die Jury lobt »die Kompromisslosigkeit, mit der sie in ihren Fotos das Nonkonforme, Nicht-Fixierbare, Unabgeschlossene von Mensch und Stadt in den Blick nimmt und ihnen eine radikale künstlerische Form gibt.? Annette Frick hat ihr fotografisches Werk inhaltlich und ästhetisch konsequent dem Marginalen und Experimentellen gewidmet. In analogen Schwarzweißbildern und Diareihen porträtiert sie seit den 1990er Jahren Personen der Berliner Subkultur und fotografiert das architektonische Berlin im Umbruch. Mit großer Empathie begegnet sie dabei den Protagonistinnen und Protagonisten der international vernetzten Queer Community, deren politisch-künstlerische Attitüden und Aktionen sie in ihrem Langzeitprojekt Masken der Identität begleitet. Das mit 20.000 Euro dotierte Förderungsstipendium für internationale Fotografinnen und Fotografen wird aus dem Nachlass von Ellen Auerbach finanziert und alle zwei Jahre vergeben. Annette Frick wurde 1957 in Bonn geboren, von 1978 bis 1988 studierte sie Freie Kunst in Köln bei Arno Jansen, Daniel Spoerri und Robert van Ackern, wo sie 1988 auch Meisterschülerin der künstlerischen Fotografie bei Arno Jansen war. Parallel arbeitete sie als Fotografin für verschiedene wissenschaftliche Institute, veröffentlichte Texte über Kunst und Fotografie und gründete zusammen mit Achim Riechers und Doris Frohnapfel den Hafensalon in ihrem Kölner Atelier. 1996 zog Frick nach Berlin um. 2006 erhielt sie den Emprise Art Award Düsseldorf, ferner u.a. 2008 das Recherche Studium der DEFA Stiftung für ihren Film über Herbert Tobias, der 2011 im Panorama Programm der Berlinale gezeigt wurde, 2016/2017 das Cité Internationale des Arts Stipendium Paris.  Am 14. November 2018 wird das Stipendium verliehen. Info: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Fon 030/20057-1514, Fax 030/20057-1508. www.adk.de

Hannah-Höch-Preis verliehen.

01.10.2018

 Die Bildhauerin und Objektkünstlerin Christiane Möbus ist neue Trägerin des Berliner Hannah-Höch-Preises. Die Jury sprach der 71-Jährigen die mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr »herausragendes künstlerisches Lebenswerk« zu. Seit 1970 schaffe sie mit ihren Installationen, Performances, Fotoarbeiten, Filmen und Texten poetische Sinnbilder, die stets auf existenzielle Themen verwiesen, hieß es. Möbus, 1947 in Celle geboren, war neben ihrer künstlerischen Arbeit seit 1982 als Professorin an Kunsthochschulen in Hamburg, Braunschweig, Berlin und Göteborg tätig. Den mit 38.000 Euro ausgestatteten Förderpreis erkannte die Jury der koreanischen Künstlerin Sunah Choi zu, die seit 2007 in Berlin lebt und arbeitet. In ihren Arbeiten (Installationen, Performances, Skulpturen, Fotografien) setzt sich Sunah Choi mit einem abstrakten Formenvokabular auseinander, untersucht dessen Strukturen, die Konstruktion und inhaltliche Bezugspunkte von Zeit und Ort. Beide Auszeichnungen beinhalten neben dem Preisgeld eine Ausstellung und eine Publikation. Mit dem Hannah-Höch-Preis zeichnet das Land Berlin seit 1996 eine bildende Künstlerin oder bildenden Künstler für ein hervorragendes künstlerisches Lebenswerk aus, das von einer kontinuierlichen, qualitativ hochwertigen künstlerischen Leistung geprägt ist. Der Name »Hannah-Höch-Preis« dient der Erinnerung an die Künstlerin Hannah Höch, die als weltberühmte Dadaistin dem Preis seinen Glanz verleiht. In diesem Jahr wird der Preis vom Stadtmuseum Berlin ausgerichtet. Die Ausstellungen der Preisträgerinnen sind bis zum 25. November 2018 im Museum Nikolaikirche in Berlin zu sehen.