Roland Nachtigäller zum neuen Geschäftsführer der Stiftung Insel Hombroich gewählt.


Der amtierende Direktor des Museums Marta Herford wird mit Beginn des Jahres 2022 die Geschäftsführung der Stiftung Insel Hombroich und damit auch die Verantwortung für die Weiterentwicklung des rund 64 ha großen Gesamtkomplexes zwischen Raketenstation, Kirkeby-Feld und Museum Insel Hombroich übernehmen. 1982 hatte der Düsseldorfer Unternehmer und Kunstmäzen Karl-Heinrich Müller das Gelände erworben und zu einem einzigartigen Naturraum im Dialog mit seiner eigenen Sammlung und den markanten Architekturen des Bildhauers Erwin Heerich umgestalten lassen. Heute präsentiert sich das stetig erweiterte Projekt als außergewöhnlicher Landschafts- und Kulturraum mit Atelier-, Wohn-, Archiv- und Ausstellungsräumen ebenso wie mit zwei Cafés und den eigenständigen Nachbarn Langen Foundation, Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik und der Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung. Roland Nachtigäller wurde 1960 in Dortmund geboren und studierte in Kassel Kunst, Visuelle Kommunikation, Germanistik und Medienpädagogik, bevor er als wissenschaftlicher Assistent am Museum Fridericianum begann. 1991 wurde er in das Leitungsteam der documenta 9 berufen. Nach zahlreichen freien Ausstellungs- und Publikations-projekten übernahm er 2003 die Leitung der Städtischen Galerie Nordhorn, der er mit einem zeitgenössischen, internationalen Ausstellungsprogramm überregionale Bedeutung verschaffte. 2008 wurde er zum Direktor des Museums Marta Herford gewählt und verantwortet seit fast 13 Jahren ein Programm mit Themenausstellungen überwiegend zur zeitgenössischen Kunst sowie Design und Architektur. In einem mehrstufigen Verfahren setzte sich Roland Nachtigäller in einem internationalen und hochkarätigen Bewerberfeld von fast 60 Personen durch. Die Entscheidung in der Kommission sowie im Kuratorium fiel einstimmig aus.

Mehrere große Museen in Berlin bekommen zum 1. Januar 2022 eine neue Leitung.

Klaus Biesenbach wird Direktor der frisch sanierten Neuen Nationalgalerie und des noch entstehenden Museums des 20. Jahrhunderts nebenan. Das Kuratorenduo Sam Bardaouil und Till Fellrath übernimmt den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart. Der 55-jährige Biesenbach kehrt damit in die Stadt zurück, in der er vor 30 Jahren seine Karriere im Kunstbetrieb begonnen hat. Damals etablierte Biesenbach mit anderen die Kunst-Werke in der Auguststraße in Berlin-Mitte. 2004 wechselte Klaus Biesenbach von den KW zunächst an das New Yorker Kunstzentrum PS1, 2010 wurde er  »Chief Curator at Large« am Museum of Modern Art (MoMA). 2018 wechselte er ans MOCA in Los Angeles. Der aus dem Libanon stammende Sam Bardaouil ist Kunsthistoriker und Theaterwissenschaftler, der in Deutschland geborene Till Fellrath Wirtschafts- und Politikwissenschaftler, beide haben in den letzten zwölf Jahren für über 70 Institutionen weltweit Ausstellungen organisiert. 2022 kuratieren sie die Lyon Biennale und in Venedig den Französischen Pavillon. Ihr Schwerpunkt Kunst des Mittleren Ostens verspricht eine globalere Ausrichtung für den Hamburger Bahnhof.

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung wird ab 2023 das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin leiten.

Ndikung tritt zum 1. Januar 2023 die Nachfolge des Philosophen und Autors Bernd Scherer an, der die Leitung des HKW im Jahr 2006 übernommen hatte.Bonaventure Soh Bejeng Ndikung gründete 2009 den Berliner Projektraum Savvy Contemporary, den er als Kontaktzone zwischen westlicher und nicht-westlichen Kulturen versteht. Der aus Kamerun stammende promovierte Biotechnologe und Ausstellungsmacher hat 2017 unter anderem die Documenta 14 mitkuratiert, aktuell leitet er die 12. Kunstschau Sonsbeek im niederländischen Arnheim, die von 2020 auf dieses Jahr verschoben wurde. Im vergangenen Jahr wurde dem heute 44-Jährigen der Verdienstorden des Landes Berlins verliehen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte Bonaventure Ndikung als einen »Glücksgriff für das Haus der Kulturen der Welt. Bestens vernetzt, ist er mit seinem naturwissenschaftlichen Hintergrund und seiner Leidenschaft für die Kunst geradezu prädestiniert, diese europaweit einzigartige Institution weiterzuentwickeln.« Ndikung verwies darauf, Berlin sei Heimat für Menschen aus 190 Nationen. »Diese Menschen müssen bei der zukünftigen Gestaltung eines Hauses der Kulturen der Welt grundlegend sein, als Mitreisende und Mitgestaltende eines Hauses der Komplexität, der Auseinandersetzung mit den verschiedentlichen Asymmetrien der Welt und schließlich der Versöhnung von Kulturen.« Das Haus der Kulturen der Welt ist als Bundeseinrichtung Teil der Gesellschaft, die auch die Internationalen Filmfestspiele Berlin und die Berliner Festspiele mit dem Martin-Gropius-Bau trägt. Alle Einrichtungen zusammen verfügten 2021 über einen Etat von rund 47 Millionen Euro. In Berlin erhielt Ndikung für sein Engagement bei SAVVY Contemporary ?2020 den Verdienstorden des Landes Berlin.