Bonner Kunstpreis geht an Anna Lea Hucht.

Die Stadt Bonn fördert mit dem BONNER KUNSTPREIS Künstlerinnen und Künstler der Region. Preisträgerin des Jahres 2015 ist die 1980 in Bonn geborene, nun in Berlin lebende Zeichnerin und Bildhauerin Anna Lea Hucht. Ihre  Zeichnungen und Aquarelle entfalten eine Welt des Skurrilen und des Märchenhaften. Vertraut ist dabei das Setting, die Anlage der Räume, die meist von oben wiedergegeben werden. Sie bilden den stabilen Rahmen für allerlei Merkwürdigkeiten, aber auch alltägliche Dinge, die durch ihre Vereinzelung und leichte Form- und Dimensionsverschiebungen eine magische Aufladung erfahren.  Der im Jahr 1985 gegründete BONNER KUNSTPREIS für die Künstlerinnen und Künstler aus der Region wurde für 2009 neu konzipiert und ist seitdem an ein drei- bzw. sechsmonatiges internationales
Atelierstipendium gekoppelt. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Vom 17. November 2016 bis 22. Januar 2017 sind Arbeiten der Preisträgerin im Kunstmuseum Bonn zu sehen. Info: Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn, Fon 0228/77-6260, Fax 0228/77-6220.

www.kunstmuseum-bonn.de

Eric van Hove im Frankfurter Kunstverein.

Vom 11. November 2016 bis 12. Februar 2017 findet die erste institutionelle Ausstellung des belgisch/algerischen Künstlers Eric van Hove in Deutschland statt. Mit seinen Skulpturen, Filmen und Langzeitprojekten verbindet Eric van Hove Konzeptkunst, sozialpolitische Untersuchungen, Aktivismus und Ansätze alternativer Ökonomie. Im Zentrum seines Werkes stehen Fragestellungen zur Transformation ökonomischer Prozesse und der Dualität zwischen globaler Wirtschaft und lokaler Produktion sowie Handwerk und industrielle Fertigung. Neben der Präsentation großformatiger Exponate wird einer der Ausstellungsräume in eine funktionsfähige und für alle zugängliche Werkstatt verwandelt. Hier werden Eric van Hove und seine Mitarbeiter temporär das Atelier aus Marrakesch in die Räume des Kunstvereins integrieren, um am aktuellen Projekt »Mahjouba II« zu arbeiten.  Eric van Hove erfindet Formen der Produktion und Produktentwicklung, die sowohl unter Einsatz traditioneller (kunst-)handwerklicher Fähigkeiten als auch digitaler Technologien entstehen. Kuratorin: Franziska Nori. Info: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main, Fon 069/219314-0, Fax 069/219314-11.

www.fkv.de

Tomas Schmit in der Kunsthalle Lingen.

Tomas Schmit (1943-2006) gehört zu den Pionieren der Fluxus-Bewegung in den frühen 60er Jahren. Über Nam June Paik, den er 1961 traf, lernte er George Maciunas und die ersten Fluxus-Aktivitäten kennen. Zu seinen engen Künstlerfreunden gehörten u. a. George Brecht, Ludwig Gosewitz, Arthur Köpcke, Dieter Roth und Gerhard Rühm.1962 nahm Tomas Schmit an der Aufführung Neo-Dada in der Musik, ausgerichtet von den Düsseldorfer Kammerspielen, sowie den Parallelen Aufführungen Neuester Musik in Amsterdam teil und entwickelte seine ersten pieces. In der Folgezeit beteiligte er sich an den meisten europäischen Fluxusfestivals und organisierte das viel diskutierte Festival der neuen Kunst in der Technischen Hochschule in Aachen am 20. Juli 1964. Tomas Schmit hat in dieser Zeit die Infragestellung der bürgerlichen Kunst und die Ansätze zu einer neuen Ästhetik wesentlich mitgeprägt. Sein Briefwechsel mit George Maciunas führte dazu, dass eine theoretische Auseinandersetzung mit den politischen und ästhetischen Vorstellungen der Fluxuszeit so intensiv möglich geworden ist. Er hat sich aber früh von der aktiven Beteiligung an den Fluxusaktionen zurückgezogen, denn er war gegen die Verwässerung des radikalen Potentials dieser Kunstform. Die Grundidee von Fluxus – die Zurücknahme und Vermeidung des Spektakels – wurde zur Faustformel seiner denkerischen und künstlerischen Ökonomie. Seit Anfang der 60er Jahre beschäftigte sich Tomas Schmit mit Sprache und Text und begann Ende der 60er Jahre zeichnerisch zu arbeiten. Die Kunsthalle Lingen ehrt das Werk von Tomas Schmit, dessen Todestag sich 2016 zum zehnten Mal jährt, mit einer werkübergreifenden Einzelausstellung. Es werden Arbeiten von den 60er Jahren bis 2005 präsentiert. Vom 10. September bis 13. November 2016. Info: Kunsthalle Lingen, Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen (Ems), Fon 0591/59995.

www.kunsthallelingen.de