40. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2016 geht an Nora Olearius.


Seit 1977 wird jährlich eine Position junger Bremer Kunst ausgezeichnet. Damit gehört er zu den ältesten kontinuierlich vergebenen Kunstpreisen Deutschlands. Er ist mit einem Preisgeld von 6.000,- €, einer Einzelkatalogförderung von 3.000,- € sowie einer Einzelausstellung dotiert. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird in einem zweistufigen Verfahren bestimmt. Auf die Bewerbung, an der sich KünstlerInnen mit einem abgeschlossenen Studium aus Bremen und der Region bis zum vierzigsten Lebensjahr beteiligen können, wählt eine regionale Vorschlagskommission die TeilnehmerInnen der Ausstellung aus. Aus dieser Ausstellung heraus bestimmt anschließend eine überregionale Jury die Preisträgerin/den Preisträger. Im 40. Jubiläumsjahr hat die Vorschlagskommission aus 37 Bewerbungen 12 KünstlerInnen für die Ausstellung ausgewählt: Anna Bart, Daniel Behrendt, Amina Brotz, Christiane Gruber, Tobias Heine, Emese Kazár, Effrosyni Kontogeorgou, Nora Olearius, Pio Rahner, Max Santo, Malte Stiehl und Linhan Yu. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. April 2017 in der Städtischen Galerie Bremen zu sehen. Die Hauptjury  (Thomas Niemeyer, Olaf Peters, Pia Stadtbäumer, Ute Stuffer, Wolfgang Zeigerer) hat den Förderpreis für Bildende Kunst Nora Olearius für ihre Arbeit »Frappé« zuerkannt. »Nora Olearius überzeugte die Jury mit einem Werk, das ebenso intelligent wie poetisch tief in die Wahrnehmung jener Ausstellung eingreift, deren Teil es ist. Auf einer Reihe einfacher Papierbögen, welche direkt auf eine Ausstellungswand geklebt wurden, entwickelt die Künstlerin schreibend und zeichnend eine umfangreiche Kalkulation der Volumina der Ausstellungsräume sowie der darin gezeigten Kunstwerke. Mit Hilfe von Messungen und Skizzen  zu allen dreidimensionalen Elementen, die in den Räumen enthalten sind, kommt sie am Ende zu einer präzisen Aussage, in welchem Volumenverhältnis Räume und Werke der Ausstellung insgesamt zueinander stehen... Der Titel »Frappé« bezieht sich auf eine bekannte optische Täuschung, bei der die Teilung der Füllmenge in konischen Gläsern falsch eingeschätzt wird. Im übertragenen Sinne werden damit auch die Erwartungen angesprochen, mit denen das Publikum an die Präsentation von Kunst herantritt - Erwartungen, die gerade in Bezug auf zeitgenössische Kunst oft genug Irritationen hervorrufen«, so die Jurybegründung.

»Dreamaholic - Kunst aus Finnland

»Dreamaholic - Kunst aus Finnland. Miettinen Collection« lautet der Titel einer Ausstellung des Museums Weserburg. Mit »Dreamaholic« gibt die Weserburg erstmals einen Einblick in die aktuelle finnische Kunstszene. Die Werke stammen aus der in Berlin und Helsinki beheimateten Miettinen Collection. Neben etablierten Künstlerinnen und Künstlern wie Eija-Liisa Ahtila, Jiri Geller und Robert Lucander werden vor allem junge, vielfach noch zu entdeckende Positionen vorgestellt.  Ein Schwerpunkt innerhalb der Ausstellung ist neben Skulptur und Fotografie die Malerei. Die Weiterentwicklung konstruktiver und minimalistischer Konzepte ist ebenso vertreten wie die Wiederaufnahme und Fortführung gegenständlicher Bildformen der Pop Art und der Postmoderne. »Dreamaholic« belegt nachdrücklich das Credo des Sammlers Timo Miettinen: »Mit Blick auf finnische Kunst kann man noch die eine oder andere Überraschung erleben.« Vom 4. Februar bis zum 27. August 2017. Info: Weserburg | Museum für moderne Kunst, Teerhof 20, 28199 Bremen, Fon 0421/59839-0, Fax 0421/505247. www.weserburg.de

Tomás Saraceno im Wilhelm-Hack-Museum

Tomás Saraceno – Aerosolar Journeys« im Wilhelm-Hack-Museum. Die Ausstellung  präsentiert die neueste Vision von Tomás  Saracenos Projekt »Aerocene«. Es beinhaltet die Entwicklung verschiedenster, fliegender Skulpturen, die ohne Motor, ohne Gas, ohne Solarzellen, nur durch die Kraft der Thermik fliegen. Neben mehreren Skulptur-Visionen zeigt die Ausstellung auch die Anfänge der »Aerocene«-Forschung: Das »Museo Aero Solar«, eine gigantische Skulptur aus gebrauchten Plastiktüten, die im Wilhelm-Hack-Museum wie eine begehbare Kathedrale der Nachhaltigkeit erscheint. Der 1973 geborene Saraceno studierte Kunst und Architektur, lebt und arbeitet heute in Berlin. In Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Architekten oder Biologen entwickelt Tomás Saraceno großformatige, raumfüllende Installationen und Skulpturen, die von physikalischen sowie biologischen Formen beeinflusst sind. Seine Werke setzen den visionären Geist des Konstruktivismus fort und zeigen als Reaktion auf globale Themen Modelle zukünftiger nachhaltiger Lebensformen. Kuratiert von René Zechlin. Vom 11. Februar bis 30. April 2017. Info: Wilhelm-Hack-Museum, Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen am Rhein, Fon  0621/504-3780. www.wilhelmhack.museum