Hannah-Höch-Preis 2016.


Cornelia Schleime erhält in diesem Jahr für ihr Lebenswerk den Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin. Die umfangreiche Retrospektive in der Berlinischen Galerie gibt Einblicke in das Schaffen der Künstlerin von den 1980er-Jahren bis heute. Zu sehen sind frühe Werke aus der DDR-Zeit – Fotografien ihrer Körperaktionen und Selbstinszenierungen – sowie Gemälde, darunter auch ihre aktuellsten Arbeiten, Zeichnungen, Fotoarbeiten, Reisetagebücher aus unterschiedlichen Schaffensphasen.Die Künstlerin gehörte Anfang der 1980er-Jahre, noch während des Studiums in Dresden, einer jungen alternativen Kunstszene an, die sich als Gegenbewegung zur offiziellen Kunstdoktrin der DDR formierte. Als ihr weit gefasster Kunstbegriff ab 1981 zu Ausstellungsverboten führte, siedelte die Künstlerin nach mehreren Ausreiseanträgen 1984 von Ost- nach West-Berlin über. Nahezu ihr gesamtes bis dahin geschaffenes Œuvre blieb in der DDR zurück und ist heute verschollen. In West-Berlin angekommen, fing Cornelia Schleime noch einmal ganz von vorn an. Heute zählt sie zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen ihrer Generation. Der Hannah-Höch-Preis wird seit 1996 von der Kulturverwaltung des Berliner Senats für ein herausragendes künstlerisches Lebenswerk verliehen. Er ist mit 60.000 Euro dotiert und umfasst neben dem Preisgeld eine Ausstellung und einen Katalog. Die Auswahl der Künstler erfolgt durch die Förderkommission Bildende Kunst der Kulturverwaltung des Berliner Senats, in der die Berlinische Galerie, die Stiftung Stadtmuseum, das Kupferstichkabinett, der Neue Berliner Kunstverein sowie die kw, Institute for Contemporary Art, vertreten sind. Den Hannah-Höch-Förderpreis erhält in diesem Jahr Tatjana Doll für den Bereich Malerei.Die Künstlerin setzt sich in ihren großformatigen Lackgemälden mit Phänomenen der Massenkultur auseinander. Anregungen für ihre Werke liefern Piktogramme, Fotos von Rennwagen, Comics und Superheldenverfilmungen oder Schlüsselwerke der Kunstgeschichte. Bis 26. April 2017. Info: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin, Fon 030/78902-600, Fax 030/78902-700. www.berlinischegalerie.de
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Rabih Mroué in der Kunsthalle Mainz.

Rabih Mroué (*1967) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler des Libanons. Sein vielfältiges Werk umspannt Literatur, Theater, Performance und bildende Kunst. Spätestens seit der letzten documenta zählt der 1967 geborene Mroué zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern des Libanons. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit den Konflikten im Libanon, in Syrien und in den Nachbarländern. Mit seiner künstlerischen Herangehensweise ermöglicht er eine andere Sichtweise auf die politische Situation im Nahen Osten.  Die Ausstellung vereint Arbeiten der letzten beiden Dekaden sowie aktuelle Werke.  Als Ausgangspunkt dient ihm seine Sammlung alltäglicher Kommunikationsmedien wie Poster, Fotografien, Videos oder Zeitungsausschnitte. Aus ihnen entwickelt er komplexe Erzählungen in denen er fiktive Elemente mit realen Geschehnissen und persönlichen Erlebnissen verwebt. Rabih Mroué widmet sich den politischen und kulturellen Kontexten der herrschenden Konflikte ebenso wie er die Konstruktion von Identität, Geschichte oder die Relevanz von Erinnerung und Vergessen. Mroués Arbeit »Between Two Battles«, die gleichzeitig den Titel der Ausstellung in der Kunsthalle Mainz liefert verknüpft eine alltägliche Erfahrung im Leben der Bewohner des Libanons – das graue Rauschen – mit einer konkreten Figur, der Tante des Künstlers. Bis zum 26. Februar 2017. Info: Kunsthalle Mainz, Am Zollhafen 3–5, 55118 Mainz, 06131/126936, Fax 06131/126937. www.kunsthalle-mainz.de

Gabi Ngcobo ist die Kuratorin der 10. Berlin Biennale.

Zum Auswahlkomitee gehörten Krist Gruijthuijsen, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, DE; Vasif Kortun, SALT, Istanbul/Ankara, TR; Victoria Noorthoorn, Museo de Arte Moderno de Buenos Aires, AR; Willem de Rooij, Frankfurt/Berlin, DE; Polly Staple, Chisenhale Gallery, London, GB; und Philip Tinari, Ullens Center for Contemporary Art, Peking, CN. Seit den frühen 2000er Jahren arbeitet Gabi Ngcobo in kollaborativen künstlerischen, kuratorischen und edukativen Projekten in Südafrika und auf internationaler Ebene. Sie ist Gründungsmitglied der zwei in Johannesburg ansässigen kollektiven Plattformen NGO – Nothing Gets Organised und Center for Historical Reenactments (CHR, 2010–14). NGO befasst sich mit Prozessen der Selbstorganisation abseits festgelegter Strukturen, Eindeutigkeiten, Kontexte oder Formate.  Kürzlich hat Ngcobo die 32. Bienal de São Paulo mitkuratiert, die aktuell im Ciccillo Matarazzo Pavilion in São Paulo, BR, zu sehen ist, sowie A Labour of Love, 2015, im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main, DE. Sie war für die Iziko South African National Gallery in Kapstadt, SA, sowie für die Cape Africa Platform tätig, wo sie 2007 die Cape07 Biennale in Kapstadt, SA, ko-kuratierte. In der Vergangenheit arbeitete sie mit diversen Institutionen, darunter Centro Atlantico de Arte Moderno (CAAM), Las Palmas de Gran Canaria, ES; Durban Art Gallery, SA; Joburg Art Fair, Johannesburg, SA; Johannesburg Workshop in Theory and Criticism (JWTC), SA; LUMA/ Westbau, Pool, Zürich, CH; New Museum, Museum as Hub, New York, US; und Raw Material Company, Dakar, SN. Seit 2011 unterrichtet sie an der Wits School of Arts der University of Witswatersrand, SA. Gabi Ngcobo war bereits mehrfach an der Biennale beteiligt: 2008 nahm sie an dem Young Curators Workshop Eyes Wide Open und 2014 präsentierte das Center for Historical Reenactments sein Projekt Digging Our Own Graves 101. Die 10. Berlin Biennale findet im Sommer 2018 statt.