Julius von Bismarck erhält 2017 den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg

Der renommierte Wolfsburger Kunstpreis »Junge Stadt sieht Junge Kunst« wird im Jahr 2017 an den Berliner Künstler Julius von Bismarck vergeben. In ihrer Begründung schreibt die Jury: »Julius von Bismarck versteht es in seinen Arbeiten, auf hohem intellektuellem und ästhetischem Niveau, künstlerische und politische Themen miteinander zu verknüpfen. Aus der gesamten Vielfalt der Medien schöpfend, entwickelt er dabei künstlerisch wie technisch innovative Arbeiten, welche der kritischen Reflexion drängender Fragen unserer Zeit mit großer Erfindungsgabe einen höchst eigenständigen Ausdruck geben.« Insgesamt ist der Preis mit 80.000 Euro dotiert, verbunden mit einer Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg und einer umfangreichen Publikation. Zusätzlich gibt es einen Ankauf für die Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg. Der Preis wurde 1959 erstmals verliehen und versteht sich als eine fördernde Initiative für Künstlerinnen und Künstler, die sich in der Mitte ihrer Laufbahn befinden. Die Arbeiten von Julius von Bismarck sind als künstlerische Forschung zu verstehen, als Versuch und Methode zugleich, die im Allgemeinen als getrennt begriffenen Systeme der Kunst und der Wissenschaft zu verbinden. Mit seinen Installationen, Videoarbeiten und Performances untersucht Julius von Bismarck den menschlichen Wahrnehmungsapparat und fordert unsere perzeptiven Gewohnheiten heraus. Sein interdisziplinärer Ansatz ist eine schöpferische Befragung der Welt und der Natur, die der Mensch zunehmend verwandelt. Bekannt geworden mit einer Performance-Reihe, in der von Bismarck Naturelemente aber auch Monumente auspeitscht, beschäftigt er sich in den aktuellen Arbeiten mit dem Traum der Flucht von dem Planet Erde und dokumentiert den damit verbundenen Energieaufwand. Die Realisierung der mit der Preisverleihung verbundenen Ausstellung des Künstlers in der Städtischen Galerie Wolfsburg wird Ende 2017 sein. Info: Städtische Galerie Wolfsburg, Brigitte Digel, Schlossstraße 8, 38448 Wolfsburg, Fon 05361.281017.

www.staedtische-galerie-wolfsburg.de

Inga Danysz ist Preisträgerin des »Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst 2016 in Kooperation mit der ADKV«.
Die Jury (Thomas Allaut - Columbus Holding Ravensburg, Caroline Käding - Kunstverein Freiburg, Christian Malycha - Kunstverein Reutlingen und Jörg Scheller - Zürcher Hoch- schule der Künste sowie Träger des ADKV-Art-Cologne-Preises für Kunstkritik 2016) hat enschieden. »Inga Danysz befasst sich mit Fragen nach persönlicher Erinnerung und einem umfassenden Geschichtsverlust, sie fragt nach der eigenen Biografie inmitten untergegangener politischer Projekte, den ungewissen Möglichkeiten von Kunst zwischen funktiona- lem Dekor und widerständiger Materialität sowie nach einer gegenwärtigen Bildlichkeit, die sich beständig zwischen der Auflösung und körperlichen Behauptung von Form hält. Dies gelingt ihr in emblematischen Bildobjekten, Plastiken und Installationen, in denen sie ebenso präzis wie sensibel mit sozialen und institutionellen Räumen umgeht.« Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird von der Columbus Holding Ravensburg seit mehr als 20 Jahren für junge Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten der Bildenden Kunst verge- ben. Die Vergabe erfolgt seit 2011 in enger Zusammenarbeit mit der ADKV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine. Diese Kooperation ermöglicht dabei eine angemessene Würdigung des ausgezeichneten künstlerischen Werkes durch eine Einzelausstellung in einem assoziierten und jährlich wechselnden Kunstverein, eine ausstellungsbegleitende Publikation sowie ein individuelles Preisgeld / Ausstellungshonorar in Höhe von 6.000 Euro. Die Ausstellung der Förderpreisträgerin wird im Mai 2017 vom Kunstverein Reutlingen ausgerichtet und bringt das vorerst auf fünf Jahre angelegte Pilotprojekt der Columbus Holding und der ADKV wieder zurück nach Baden-Württemberg. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren: 2015: Raphaela Vogel / Motorenhalle Dresden, 2014: Timo Seber / GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen, 2013: Wilhelm Klotzek / Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und 2012: Matthias Wermke und Mischa Leinkauf / Kunstverein Heilbronn.
Laura Eckert in den Museen Böttcherstraße.

Im Sommer 2016 führen die Museen Böttcherstraße unter dem Titel »Sommergäste« eine Ausstellungsreihe ein, die Nachwuchspositionen mit Bezügen zu den Museumssammlungen präsentiert. Den Auftakt gibt die Leipziger Bildhauerin Laura Eckert, deren Arbeiten erstmals in einer monografischen Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum und – als Interventionen zwischen den Altmeister-Werken – im Ludwig Roselius Museum ausgestellt werden. Die Arbeiten der 1983 geborenen Laura Eckert sind – ebenso wie die historischen Arbeiten – axial und frontal ausgerichtet und gewinnen so eine eigene, gefasste Anmutung. Das Idealbild wird jedoch durch den Bearbeitungsprozess und das geschichtete Material wieder dekonstruiert. Aus dieser Ambivalenz resultiert die ungemeine Präsenz und Aktualität ihrer Arbeiten. Bis zum 25. September 2016. Info: Museen Böttcherstraße, Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen, Fon 0421/33882-22.

www.museen-boettcherstrasse.de