Laura Eckert in den Museen Böttcherstraße.

Im Sommer 2016 führen die Museen Böttcherstraße unter dem Titel »Sommergäste« eine Ausstellungsreihe ein, die Nachwuchspositionen mit Bezügen zu den Museumssammlungen präsentiert. Den Auftakt gibt die Leipziger Bildhauerin Laura Eckert, deren Arbeiten erstmals in einer monografischen Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum und – als Interventionen zwischen den Altmeister-Werken – im Ludwig Roselius Museum ausgestellt werden. Die Arbeiten der 1983 geborenen Laura Eckert sind – ebenso wie die historischen Arbeiten – axial und frontal ausgerichtet und gewinnen so eine eigene, gefasste Anmutung. Das Idealbild wird jedoch durch den Bearbeitungsprozess und das geschichtete Material wieder dekonstruiert. Aus dieser Ambivalenz resultiert die ungemeine Präsenz und Aktualität ihrer Arbeiten. Bis zum 25. September 2016. Info: Museen Böttcherstraße, Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen, Fon 0421/33882-22.

www.museen-boettcherstrasse.de

»Sammlung Reydan Weiss« eine Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen der Weserburg.

Die Ausstellung »Mir ist das Leben lieber« vereinigt rund 100 Bilder, Skulpturen und Videoarbeiten, die Fragen der Identität, der gesellschaftlichen Rollenzuschreibung, aber auch existenzieller Bereiche wie Leben und Tod nachgehen. Die Sammlerin wurde in Istanbul geboren, ist in Jordanien aufgewachsen, in Jerusalem zur Schule gegangen und als junge Frau nach Deutschland gekommen. Ihr Zugang zu mehreren Kulturkreisen macht die Ausstellung zu einem Erlebnis, das den Blick weit über den europäischen Tellerrand auf die Welt zu richten vermag. Neben namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Cindy Sherman, Natalie Djurberg, Bettina Rheims, aber auch Gerhard Richter, Anselm Kiefer und Robert Longo zeigt die Ausstellung viele neue Werke, darunter afrikanische, ozeanische, chinesische, japanische, lateinamerikanische und karibische Positionen. So findet man in der Ausstellung Bilder des in Europa noch wenig bekannten australischen Malers Warlimpirrnga Tjapaltjarri. Der Umgang mit kulturellen und individuellen Unterschieden, mit Tradition und Moderne ist ein zentrales Thema der Ausstellung. Bis 26. Februar 2017. Info: Weserburg | Museum für moderne Kunst, Teerhof 20, 28199 Bremen, Fon 0421/59839-0, Fax 0421/505247.

www.weserburg.de

Der Karin Hollweg Preis 2016 geht an die 1990 geborene Claudia Piepenbrock.

Der Karin Hollweg Preis ist einer der bedeutendsten und höchstdotierte Kunstförderpreis aller Kunsthochschulen in Deutschland. Der Preis ist mit 15.000 Euro ausgewiesen, wobei eine Hälfte als Preisgeld direkt an die Preisträgerin oder den Preisträger geht, die zweite Hälfte ist für die Realisierung einer Einzelausstellung reserviert. Geplant ist eine Ausstellung im Gerhard Marcks Haus. Zu sehen ist derzeit die Arbeit der Preisträgerin im Rahmen der Ausstel- lung »Heal the World. Meisterschülerinnen und Meisterschüler der Hochschule für Künste Bremen« (bis 25.09.2016) in der Weserburg | Museum für moderne Kunst. Mit ihrer Arbeit »Seitengang: 2 angepasste Wände, spiegelnd und lautlos« (2016) hat Piepenbrock die Jury überzeugt. Aus stahlge- rahmten Schaumstoffelementen hat sie einen schmalen, fünf Meter langen Ganggeschaffen, der durchschritten werden kann. Die Herkunft des Schaumstoffes als Innenleben von gebrauchten Matratzen bleibt sichtbar, ohne dass dieser Aspekt hier in narrativer Weise eingesetzt wird. Er ist anhand von Lattenrostabdrücken und ähnlichen Markierungen erkennbar, doch die Künstlerin hat alle weiteren Spuren vorhergehender Nutzung eliminiert. Sehr überzeugend fand die Jury, »wie bewusst die Künstlerin ihre Arbeit auf den bestehenden Ausstellungsraum bezogen und sie dort regelrecht eingepasst hat. Sie verleiht dem Raum und der Position ihres Werks innerhalb der Ausstellung Dynamik, indem sie die beiden Wände in einer Kurve auslaufen lässt, welche in einer Raumecke der Weserburg endet. In der vielschichtigen plastischen Arbeit von Claudia Piepenbrock sieht die Jury den überzeugenden Ausdruck einer konse- quenten künstlerischen Entwicklung, die bereits in früheren Werken hinsichtlich plastischer Setzung, sinnlicher Materia- lität und Körperlichkeit deutlich geworden ist und die hier nicht nur eine besonders präzise Umsetzung erfährt,sondern sich in beeindruckender Weise körperlich erfahren lässt.«

Info: www.weserburg.de