Preis der Nationalgalerie 2017 im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin.

 Im Herbst 2017 wird zum neunten Mal der Preis der Nationalgalerie verliehen. Alle zwei Jahre werden vier Künstlerinnen und Künstler, die jünger als 40 sind und in Deutschland leben und arbeiten, für den Preis nominiert. Erstmals sind ausschließlich Frauen für den Preis nominiert. In diesem Jahr fiel die Entscheidung der internationalen Jury auf Sol Calero (geb. 1982 in Caracas), Iman Issa (geb. 1979 in Kairo), Jumana Manna (geb. 1987 in Princeton) und Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin). Der Hamburger Bahnhof  stellt die in Berlin lebenden Künstlerinnen in einer gemeinsamen Ausstellung vor. Alle vier Künstlerinnen führen mit ihrem medienübergreifenden Schaffen keinen rein künstlerischen Diskurs, sondern nehmen Bezug auf gesellschaftliche Prozesse. Am 20. Oktober 2017 wird eine zweite Jury die diesjährige Preisträgerin bestimmen. Die Auszeichnung besteht in einer Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie 2018 und einer begleitenden Publikation. Vom 29. September 2017 bis zum 14. Januar 2018. Info: Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin, Fon 030/39783411, Fax 030/30783413. www.smb.spk-berlin.de

Thomas Deecke gestorben


Am 4. Juli 2017 ist der Gründungsdirektor der Weserburg, Thomas Deecke, im Alter von 77 Jahren gestorben. Er sorgte dafür, dass Bremen am 6. September 1991 als erste Stadt in Europa ein reines Sammlermuseum eröffnen konnte und brachte die großen Namen der Gegenwartskunst an die Weser. Es gelang ihm zwischen den Jahren 1991 bis 2005 herausragende Sammler aus dem In- und Ausland langfristig an das Museum zu binden. Unter der Leitung von Thomas Deecke wurde das Haus unter dem Namen „Neues Museum Weserburg" in den alten Speicherhäusern auf dem Teerhof eröffnet. Erstmals wurde in Europa das Konzept eines Sammlermuseums umgesetzt, um ausschließlich Gegenwartskunst privater Leihgeber zu zeigen. Das Konzept des Museums war in der Kunstwelt ein Novum. In Deeckes Amtszeit konnte sich das Haus nationales und internationales Ansehen erarbeiten. 1940 in Lübeck geboren, studierte Thomas Deecke Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Neuere Geschichte in Freiburg, München und Berlin. Nach seiner ersten Reise in die USA Mitte der 1960er Jahre promovierte er 1973 an der Freien Universität Berlin. Anschließend betreute er beim Berliner Künstlerprogramm internationale Künstlergäste der Sparten Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film. Ende der 1970er Jahre wurde Deecke Geschäftsführer des Westfälischen Kunstvereins in Münster. Nach weiteren Stationen in Berlin kam Thomas Deecke an die Weser. Bis zu seinem Tod lebte Thomas Deecke in Berlin und Italien.

documenta 14: Olu Oguibe erhält den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2017 nach einem Beschluss des Magistrats der Stadt Kassel.

 Oguibe beschäftigt sich in seiner Arbeit als Künstler, Kulturwissenschaftler und Kurator immer wieder mit Flucht und Migration. Für die documenta hat der 52-Jährige einen Obelisken angefertigt, der in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch die Inschrift »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt? aus dem Matthäus-Evangelium trägt. Der Obelisk sei »eine Arbeit, die eines der brennenden Themen der Gegenwart aufnimmt und mit der Formgebung einen Bezug zur Geschichte herstelt«, so der Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zur Begründung. Das Werk sei den 60 Millionen Menschen gewidmet, die sich auf der Flucht befinden. Die Werke des aus Nigeria stammenden US-Künstlers wurden u. a. in New York, London und Zürich gezeigt. 2007 nahm er an der Biennale in Venedig teil, das Jahr, in dem Afrika erstmals mit einem Pavillon vertreten war. Oguibe setzt sich seit fast vier Jahrzehnten Erfahrung als Konzeptkünstler mit Themen zu sozialen und formellen Fragen auseinander. 2013 erhielt Oguibe für sein Lebenswerk den Kunstpreis des Gouverneurs von Connecticut. Er lebt und arbeitet in der Kleinstadt Rockville, Connecticut. Die documenta 14 in Kassel läuft noch bis zum 17. September.