
Heft 58
| Portraits | Corinna Schnitt Katja Strunz Markus Huemer Yayoi Kusama Zilla Leutenegger | |
| Interview | Ute Meta Bauer | |
| Page | Achim Bertenburg Korpys / Löffler | |
| Polemik |
Hans-Jürgen Hafner | |
| Ausstellung | »Adorno« | |
| Künstlerbeilage | Brigitte Waldach | |
| Edition | Axel Lieber | |
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Katja Strunz
Textauszug
Katja Strunz kommentiert die Begrifflichkeit des Utopischen durch das formale Spiel mit dem Nicht-Ort. Sie löst ihre Arbeiten aus den traditionellen Raumkonzepten, die auf einen spezifischen Blickwinkel angelegt sind - ihre Wandobjekte lassen sich aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten. Die Flächen scheinen zugleich stürzend und auseinanderstrebend, obwohl sie in präzisen Schnittkanten enden.
Die Arbeiten von Katja Strunz materialisieren diese Denkbilder in taktile Wahrnehmungen. Ihre Faltungen erscheinen wie Risse im zeit-lich-räumlichen Kontinuum des White Cube, ihre Fundstücke erscheinen Benjamins Verfahren gleich als rettende Kritik, als Denken des Untergangs als Übergang, als Bau durch Abbruch. Rettend insofern, da in dieser Konzeption das Vergangene und Erinnerte als Einfall des Erwachten begriffen wird.
Die Arbeiten von Katja Strunz demonstrieren, wie begriffliche und ästhetische Praxis einander implizieren können. Sowohl Philosophie als auch bildende Kunst können als »diagnostische Aktivität« und »Ontologie der Gegenwart«(6) die Verbindung zu den Knotenpunkten dessen suchen, was uns als Geschichte begegnet.

Für Antoine Augustin Cournot (visionary fragment), 2003, Bronze 39 x 22 x 24 cm, Installationsansicht Doggerfisher, Edinburgh 20


