
Heft 58
| Portraits | Corinna Schnitt Katja Strunz Markus Huemer Yayoi Kusama Zilla Leutenegger | |
| Interview | Ute Meta Bauer | |
| Page | Achim Bertenburg Korpys / Löffler | |
| Polemik |
Hans-Jürgen Hafner | |
| Ausstellung | »Adorno« | |
| Künstlerbeilage | Brigitte Waldach | |
| Edition | Axel Lieber | |
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Zilla Leutenegger
Textauszug
In Zilla Leuteneggers Zeichnungen, Videos und Installationen sind die Menschen allein. Aber einsam sind sie in ihrer Selbstversunkenheit nicht. Sei es, dass sie eine Zigarette rauchen, mit dem Rücken zum Betrachter unverständlich vor sich hin brabbeln oder auch nur auf einer Mauer sitzend ihren Schal im Wind flattern lassen - sie sind sich selbst genug. Sie agieren gelassen und auf eine so selbstverständliche Weise zufrieden, dass der Betrachter unweigerlich Anteil haben möchte an diesem Zustand des In-sich-Ruhens.
Viel ließe sich noch zu den Arbeiten von Zilla Leutenegger sagen. Man könnte von sizilia-nischen Labyrinthen sprechen oder schwarzem Schnee. Von japanischen Telefonaten oder geheimen, nur einem selbst zugänglichen Sprachen. Eines aber bleibt gewiss: Sie ist die Heldin ihres eigenen Kosmos. Dafür braucht sie niemand anderen. Aber es wäre möglich, dass umgekehrt diese anderen sie brauchen. Denn: Wären wir nicht gern ein bisschen wie ihre Bildfiguren? Autark, ziemlich unbeschwert und selbst angesichts widriger Umstände noch ohne Aufhebens zufrieden? Und manchmal eben ganz gern auch mal allein.

Ideal Idaho, 2003, 4 DVD (1 Projektion, 3 Monitore), Sound, Farbe, 1 Dia, Courtesy Galerie Kamm, Berlin


