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artist-kunstmagazin Ausgabe Nr.58
 

Heft 58

 
Portraits Corinna Schnitt
Katja Strunz
Markus Huemer
Yayoi Kusama
Zilla Leutenegger
 
Interview Ute Meta Bauer
 
Page Achim Bertenburg
Korpys / Löffler
 
Polemik   Hans-Jürgen Hafner
 
Ausstellung »Adorno«
 
Künstlerbeilage Brigitte Waldach
 
Edition Axel Lieber

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»Adorno«


Textauszug

Schon der grandiose Untertitel des Projekts kann punkten. Wie in vorauseilendem Gehorsam reißt er nämlich pragmatisch rezeptionsfreundliche Fluchttüren auf. Mit dem cleveren Titelzusatz »Die Möglichkeit des Unmöglichen« hebelt das Kuratoren-Team Nicolaus Schafhausen und Vanessa Joan Müller seine Ausstellung auf eine ambivalent oszillierende und gleichzeitig Kritik-sichere ‘Meta’-Bühne. Demonstriert es gleichsam programmatisch Problembewusstsein und probt »selbst-aufgeklärt« den Schulterschluss mit dem geehrten Gegenstand ‘Adorno’. Von dort aus lässt sich die Schau, der teilweise glänzend-klug bespielte Parcours im Steinernen Haus am Römerberg erst mal bestens goutieren.
Schön soweit? Aber Adorno... ! Den kann man beim fein inszenierten Rundgang im Steinernen Haus zwar leicht vergessen. Aber sachte, er behauptet trotzdem seinen Platz in dieser Schau.
Tatsächlich probiert »adorno« eher noch richtungslos Ausstellen als Entleerung. Im Schatten Adornos und mit einem zart in die Runde (im Elfenbeinturm zwischen der Akademisierung von Kunst und Diskurs, der Institutionalisierung von Kritik und der eher reaktionären Aura-Fraktion) geraunten ‘Autonomie’ sollte sich ‘Ausstellen’ zur Disposition stellen. Nur, wie bereits bei »deutschemalerei-zweitausenddrei« gelingt Trendsetter Schafhausen auch diesmal kein Statement. Unter optimaler Beleuchtung bebildert sein »adorno« so schön wie schlau die Unmöglichkeit des Möglichen: bezeichnet einen vorerst blinden Fleck.


Hans-Jürgen Hafner